Paragraph 733

Hiernach ist die Erörterung der LustVgl. VII, Kap. 1, Anm. 190 u. VII, Kap. 12, Anm. 216. – Man kann dieses zehnte Buch sachgemäß in drei Teile teilen: 1. Teil, von der Lust als vorgeblichem Ziele der Tugend, K. 1–5; 2. Teil, von der Glückseligkeit als wirklichem Ziele der Tugend, K. 6–9; 3. Teil, von dem Ziele der Tugend, nicht so weit sie dem Einzelnen angehört und ihn vollkommen und glücklich macht, sondern so weit sie der Allgemeinheit dient, K. 10. an der Reihe. Unser Geschlecht hat nichts so eigen als die Lust, daher man die Jünglinge in der Art erzieht, daß man sie wie mit einem doppelten SteuerDie griechischen Schiffe hatten ein doppeltes Steuer, eines hinten und eines vorn. durch Lust und Unlust lenkt. Auch für die sittliche Tugend scheint es von der allergrößten Wichtigkeit zu sein, daß man den richtigen Dingen Liebe und Haß entgegenbringtVgl. oben II, 2 u. II, Kap. 2, Anm. 39. . Denn diese Gefühle erstrecken ihren Einfluß auf alle Lebensverhältnisse, da sie für die Tugend und die Glückseligkeit so wichtig und bedeutsam sind. Man begehrt ja was Lust gewährt, und flieht was schmerzlich ist. Einen so weittragenden Gegenstand darf man daher gewiß nicht mit Stillschweigen übergehen, besonders da über ihn großer Streit der Meinungen herrscht.

Sentences

  1. Hiernach ist die Erörterung der LustVgl.
  2. VII, Kap.
  3. 1, Anm.
  4. 190 u.
  5. VII, Kap.
  6. 12, Anm.
  7. 216.
  8. – Man kann dieses zehnte Buch sachgemäß in drei Teile teilen: 1.
  9. Teil, von der Lust als vorgeblichem Ziele der Tugend, K.
  10. 1–5; 2.
  11. Teil, von der Glückseligkeit als wirklichem Ziele der Tugend, K.
  12. 6–9; 3.
  13. Teil, von dem Ziele der Tugend, nicht so weit sie dem Einzelnen angehört und ihn vollkommen und glücklich macht, sondern so weit sie der Allgemeinheit dient, K.
  14. 10.
  15. an der Reihe.
  16. Unser Geschlecht hat nichts so eigen als die Lust, daher man die Jünglinge in der Art erzieht, daß man sie wie mit einem doppelten SteuerDie griechischen Schiffe hatten ein doppeltes Steuer, eines hinten und eines vorn.
  17. durch Lust und Unlust lenkt.
  18. Auch für die sittliche Tugend scheint es von der allergrößten Wichtigkeit zu sein, daß man den richtigen Dingen Liebe und Haß entgegenbringtVgl.
  19. oben II, 2 u.
  20. II, Kap.
  21. 2, Anm.
  22. 39.
  23. .
  24. Denn diese Gefühle erstrecken ihren Einfluß auf alle Lebensverhältnisse, da sie für die Tugend und die Glückseligkeit so wichtig und bedeutsam sind.
  25. Man begehrt ja was Lust gewährt, und flieht was schmerzlich ist.
  26. Einen so weittragenden Gegenstand darf man daher gewiß nicht mit Stillschweigen übergehen, besonders da über ihn großer Streit der Meinungen herrscht.