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Paragraph 467 Nikomachische Ethik / Chapter 83 4 87 Die Weisheit aber schreiben wir in den Künsten denjenigen zu, die es in denselben zur höchsten Vollendung gebracht haben, indem wir z. B. den Phidias einen weisen Meister in Stein…
Paragraph 468 Nikomachische Ethik / Chapter 83 4 58 »Ihn nun hatten die Götter zum Gräber nicht, auch nicht zum Pflüger, Noch sonst weise gemacht«Aus dieser angeblichen Dichtung des Homer sind nur noch wenige Verse erhalten. Nach d…
Paragraph 469 Nikomachische Ethik / Chapter 83 12 134 Somit ist offenbar, daß die Weisheit die vollkommenste Wissenschaft ist. Mithin muß der Weise nicht blos die Folgerungen aus den Prinzipien wissen, sondern auch bezüglich der Prin…
Paragraph 470 Nikomachische Ethik / Chapter 83 32 503 Denn wenn man meint, die Staatskunst oder die Klugheit sei die beste Wissenschaft, so ist dies ungereimt, wofern der Mensch nicht das Beste von allem in der Welt istDie beste, d. …
Paragraph 471 Nikomachische Ethik / Chapter 83 10 140 Daher erklärt man einen Anaxagoras, einen Thales und ihresgleichen für Weise, aber nicht für klug, da man sieht, daß sie sich auf das, was ihnen Vorteil bringt, nicht verstehen, u…
Paragraph 472 Nikomachische Ethik / Chapter 84 3 92 Die Klugheit aber hat es mit den irdischen und menschlichen Dingen zu tun, mit Dingen, die Gegenstand der Überlegung sind. Bezeichnen wir es doch als den Hauptvorzug eines klugen …
Paragraph 473 Nikomachische Ethik / Chapter 84 7 128 Auch geht die Klugheit nicht bloß auf das Allgemeine, sondern auch auf die Erkenntnis des Einzelnen. Denn sie hat es mit dem Handeln zu tun, das Handeln aber bezieht sich auf das …
Paragraph 474 Nikomachische Ethik / Chapter 84 6 120 Es gibt aber auch wohl hier, in den irdischen und menschlichen Dingen, ein architektonisches, leitendes Vermögen. Die Staatskunst und die Klugheit sind nämlich im Grunde ein und d…
Paragraph 475 Nikomachische Ethik / Chapter 84 3 59 Klugheit scheint vorzüglich jene zu sein, die sich auf die eigene und eine Person bezieht. Sie behält den gemeinsamen Namen Klugheit. Von jenen ihren Arten aber, die sich auf eine…
Paragraph 476 Nikomachische Ethik / Chapter 85 2 71 So ist denn die richtige Auffassung dessen, was der eigenen Person frommt, wohl sicher eine besondere Art (1142a) der Einsicht, aber die Meinungen über sie sind sehr geteilt. Es h…
Paragraph 477 Nikomachische Ethik / Chapter 85 2 42 »Wie wär' ich klug, der ohne Not und Plackerei, Als einer zählend in der Menge unsres Heers, Das gleiche Teil besitzen konnte?Worte des Odysseus aus dem Prolog des Philoktet von E…
Paragraph 478 Nikomachische Ethik / Chapter 85 1 34 Man sucht nämlich für gewöhnlich was für einen selbst gut ist, und vermeint, auf solches seine Tätigkeit richten zu sollen, und dieser Meinung ist dann die Vorstellung entsprungen…
Paragraph 479 Nikomachische Ethik / Chapter 85 11 187 Indessen gibt es vielleicht kein eigenes Beste ohne Haushaltungskunst und Staatskunst. Es ist aber auch nicht von vornherein klar und darum von Fall zu Fall zu untersuchen, wie ma…
Paragraph 480 Nikomachische Ethik / Chapter 85 3 68 Freilich könnte man auch die Frage aufwerfen, warum eigentlich ein Knabe ein Mathematikus werden kann, aber kein Weiser oder Naturphilosoph. Doch wohl nur darum, weil das Objekt d…
Paragraph 481 Nikomachische Ethik / Chapter 85 4 48 Daß aber die Klugheit in eigenen Dingen auch einen Blick fürs Ganze fordert, ergibt sich auch insofern, als ein Irrtum beim Überlegen entweder das Allgemeine oder das Besondere be…
Paragraph 482 Nikomachische Ethik / Chapter 85 39 420 Daß die Klugheit aber nicht Wissenschaft ist, ist klar. Sie befaßt sich ja wie gesagt, mit dem Letzten; denn ein solches ist der Gegenstand der Handlung. Sie ist also das Gegenstü…
Paragraph 483 Nikomachische Ethik / Chapter 86 3 22 Die Klugheit unterscheidet sich aber vom Verstände dadurch, daß sie sucht und überlegt, da ja das Überlegen ein Suchen istS. Anm. 168.
Paragraph 484 Nikomachische Ethik / Chapter 86 2 58 Wir müssen aber auch ermitteln, was die Wohlberatenheit ist, ob eine Wissenschaft oder Meinung oder richtiger Takt, oder ob sie zu einer anderen Gattung gehörtNach der Erörterung …
Paragraph 485 Nikomachische Ethik / Chapter 86 2 27 Wissenschaft ist sie offenbar nicht. Denn was man weiß, (1142b) danach sucht man nicht; die Wohlberatenheit ist aber eine Art Beratschlagung, und wer beratschlägt, sucht und schli…
Paragraph 486 Nikomachische Ethik / Chapter 86 4 64 Ebensowenig ist sie ein richtiger Takt. Denn dieser sucht nicht nach Gründen und bedarf keiner Zeit. Zum Beraten aber gehört viele Zeit, und es ist ein bekanntes Wort, man müsse w…
Paragraph 487 Nikomachische Ethik / Chapter 86 3 44 Die Wohlberatenheit ist endlich auch keinerlei MeinungMeinung, δόξα, ist die Annahme eines bestimmten Satzes als wahr, wenn auch mit der Besorgnis, daß man irre. Bei der Überlegun…
Paragraph 488 Nikomachische Ethik / Chapter 86 2 65 Da vielmehr wer sich übel berät, fehlt, und wer sich wohl berät, sich richtig berät, so ist Wohlberatenheit offenbar eine gewisse Richtigkeit, aber eine Richtigkeit weder des Wiss…
Paragraph 489 Nikomachische Ethik / Chapter 86 3 61 Aber die Wohlberatenheit entbehrt auch nicht der Gründe und des Denkens. Mithin bleibt nur übrig, daß sie zum Nachdenken gehört, das ja noch kein Behaupten ist. Denn die Meinung i…
Paragraph 490 Nikomachische Ethik / Chapter 86 4 71 Die Wohlberatenheit ist also vielmehr Richtigkeit des Rates oder der Überlegung, daher zuerst untersucht werden müßte, was Rat und Überlegung ist, und worauf sie sich beziehenWas …
Paragraph 491 Nikomachische Ethik / Chapter 86 1 22 Was aber das Moment der Richtigkeit angeht, so hat dieselbe viele Bedeutungen, so daß hier offenbar nicht jede Richtigkeit gemeint sein kann.
Paragraph 492 Nikomachische Ethik / Chapter 86 3 53 Der Unenthaltsame nämlich und der Schlechte wird was er zu erkennen sich vorgesetzt hat, durch seine Überlegung treffen und wird sich somit richtig beraten und doch dabei großen S…
Paragraph 493 Nikomachische Ethik / Chapter 86 2 52 Aber auch dieses kann man mittelst eines falschen Schlusses treffen, und so zwar treffen was man tun soll, aber nicht durch den rechten Mittelbegriff, sondern durch einen falschen…
Paragraph 494 Nikomachische Ethik / Chapter 86 2 47 Ferner kann man sich lange Zeit beraten, bis man das Rechte trifft, während ein Anderer schnell damit zustande kommt. So ist denn auch dieses noch keine Wohlberatenheit, sondern d…
Paragraph 495 Nikomachische Ethik / Chapter 86 2 43 Endlich kann man teils schlechthin wohlberaten sein, teils mit Beziehung auf ein einzelnes Geschäft. Mithin ist Wohlberatenheit schlechthin diejenige, die für den Zweck des Lebens…
Paragraph 496 Nikomachische Ethik / Chapter 86 1 36 Wenn demnach wohlberaten zu sein ein Merkmal des klugen Mannes ist, so kann man sagen: die Wohlberatenheit ist Richtigkeit in Bezug auf das, was zu einem Zweck frommt, von dem die…
Paragraph 497 Nikomachische Ethik / Chapter 87 6 184 Auch die Verständigkeit und die Unverständigkeit, wonach (1143a) man von verständigen und unverständigen Leuten spricht, ist einerseits nicht mit Wissenschaft oder Meinung ganz id…
Paragraph 498 Nikomachische Ethik / Chapter 87 10 174 Verständigkeit ist weder der Besitz noch die Erlangung der Klugheit, sondern wie man beim Lernen von Verstehen spricht, wenn einer die Wissenschaft, die er schon hat, entsprechend…
Paragraph 499 Nikomachische Ethik / Chapter 87 7 93 Die sogenannte Gnome, Diskretion oder Unterscheidung, dergemäß wir von diskreten Personen reden, und sagen, man besitze Diskretion, ist die richtige Beurteilung des Billigen. Ein …
Paragraph 500 Nikomachische Ethik / Chapter 88 1 16 Man kann aber von allen diesen Eigenschaften mit Recht behaupten, daß sie auf dasselbe Objekt hinzielen.
Paragraph 501 Nikomachische Ethik / Chapter 88 23 460 Denn wir sprechen von Diskretion, Verständigkeit, Klugheit und Verstand, indem wir unbedenklich denselben Personen die Eigenschaft der Diskretion und des Verstandes zuschreiben un…
Paragraph 502 Nikomachische Ethik / Chapter 88 2 28 Daher ist der (praktische) Verstand (von Seite seines Gegenstandes) wie Anfang so auch Ende. Denn seine Schlußfolgerungen gehen vom Letzten und Einzelnen aus und beziehen sich auc…
Paragraph 503 Nikomachische Ethik / Chapter 88 2 36 Deswegen muß man auf die ohne Beweis ausgesprochenen Behauptungen und Meinungen der Erfahrenen, Alten und Klugen nicht weniger achten als auf die Demonstrationen. Denn weil sie ei…
Paragraph 504 Nikomachische Ethik / Chapter 88 10 131 So hätten wir denn dargelegt, was die Klugheit und die Weisheit ist, womit jede von beiden es zu tun hat, und daß jede von ihnen die Tugend eines anderen Seelenteils istDie Klughe…
Paragraph 505 Nikomachische Ethik / Chapter 89 9 184 Man könnte aber betreffs ihrer fragen, zu was sie nütze sind. Denn die Weisheit betrachtet nichts, wodurch der Mensch glücklich werden kann – sie hat es ja mit keinem Werden zu tu…
Paragraph 506 Nikomachische Ethik / Chapter 89 4 84 Wollte man aber sagen, die Klugheit sei nicht dafür da, um die Tugenden besser zu äußern, sondern um tugendhaft zu werden, so wäre sie dem, der tugendhaft ist, zu nichts nütze; ab…
Paragraph 507 Nikomachische Ethik / Chapter 89 2 32 Zudem scheint es ungereimt, wenn sie (die Klugheit), die doch geringer ist als die Weisheit, wichtiger und maßgebender sein soll als sie. Denn die hervorbringende Tugend herrscht …
Paragraph 508 Nikomachische Ethik / Chapter 89 2 16 Hierüber also müssen wir uns erklären. Denn bis jetzt haben wir nur Fragen und Bedenken aufgeworfen.
Paragraph 509 Nikomachische Ethik / Chapter 89 1 36 (1144a) Wir sagen also zuerst, daß diese beiden Tugenden, selbst wenn keine von ihnen etwas hervorbrächte, doch notwendig an und für sich begehrenswert wären, insofern jede von ih…
Paragraph 510 Nikomachische Ethik / Chapter 89 8 116 Sodann bringen sie aber auch wirklich etwas hervor; aber nicht wie die Medizin, sondern wie die Gesundheit die Gesundheit hervorbringt, so die Weisheit die Glückseligkeit. Denn al…
Paragraph 511 Nikomachische Ethik / Chapter 89 4 84 Ferner kommen die menschlichen Handlungen unter dem maßgebenden Einflusse der Klugheit und der sittlichen Tugend zu stande. Die Tugend macht, daß man sich das rechte Ziel setzt, d…
Paragraph 512 Nikomachische Ethik / Chapter 89 7 170 Was aber den Einwand angeht, daß niemand wegen der Klugheit in höherem Grade sittliche und gerechte Handlungen verrichte, so müssen wir zu seiner Entkräftung etwas weiter zurückgr…
Paragraph 513 Nikomachische Ethik / Chapter 89 16 183 Es gibt ein Vermögen, das man als Geschicklichkeit bezeichnet. Der Geschicklichkeit ist es eigen, daß sie das, was zum vorgesetzten Ziele führt, zu tun versteht und zu treffen wei…
Paragraph 514 Nikomachische Ethik / Chapter 89 10 239 (1144b) Wenden wir nun wieder der Tugend unser Augenmerk zu. Auch sie verhält sich zur Geschicklichkeit ähnlich wie die Klugheit: ohne mit ihr eins zu sein, ist sie ihr doch ähnli…
Paragraph 515 Nikomachische Ethik / Chapter 89 14 230 Daher begegnet man hier und da der Behauptung, alle Tugenden seine ebensoviele Arten der Klugheit, und die sokratische Forschung hatte mit dieser Ansicht teils Recht, teils war si…
Paragraph 516 Nikomachische Ethik / Chapter 89 2 84 Hiermit ist auch der Grund widerlegt, auf den hin man die Tugenden für getrennt von einander erklären könnte, da nicht eine und dieselbe Person von Natur zu allen Tugenden die gle…
Paragraph 517 Nikomachische Ethik / Chapter 89 2 45 Aber auch wenn die Klugheit zum Handeln nichts beitrüge, bedürfte man ihrer offenbar doch, weil sie die Vollkommenheit eines Seelenvermögens ist, und weil die Willenswahl ohne Klu…
Paragraph 518 Nikomachische Ethik / Chapter 89 10 207 Dennoch steht die Klugheit nicht über der Weisheit, noch ist sie Eigenschaft eines höheren Vermögens. Die Heilkunde steht ja auch nicht über der Gesundheit. Denn sie bedient sich …
Paragraph 519 Nikomachische Ethik / Chapter 92 10 203 Hiernach haben wir einen anderen Ausgangspunkt zu nehmen und zu sagen, daß es drei Arten dessen gibt, was man auf dem sittlichen Gebiete meiden muß: Schlechtigkeit, Unenthaltsamke…
Paragraph 520 Nikomachische Ethik / Chapter 92 1 13 »– schien er doch nimmer Wie einem sterblichen Mann, nein, wie einem Gotte entsprossen.«
Paragraph 521 Nikomachische Ethik / Chapter 92 12 196 Wenn daher, wie man sagt, aus Menschen durch ein Übermaß der Tugend Götter werden, so wäre offenbar der der tierischen Rohheit entgegengesetzte Habitus gleichsam von solcher Art. …
Paragraph 522 Nikomachische Ethik / Chapter 92 2 58 Auch hier müssen wir wie sonst die Ansichten, die einen Schein haben, hersetzen und zuerst die Zweifel über sie vortragen, um dann entweder wo möglich alles, was bezüglich der ged…
Paragraph 523 Nikomachische Ethik / Chapter 93 3 80 Die Enthaltsamkeit also wie die Abgehärtetheit scheint zu den trefflichen und lobenswerten Dingen, die Unenthaltsamkeit und Weichlichkeit dagegen zu den schlechten und tadelnswert…
Paragraph 524 Nikomachische Ethik / Chapter 93 5 94 Auch sagt man, der Mäßige sei enthaltsam und starkmütig; umgekehrt aber meint man teils, jeder, der die beiden letzten Eigenschaften habe, sei mäßig, teils bestreitet man es. Eben…
Paragraph 525 Nikomachische Ethik / Chapter 94 13 189 Man könnte es aber bedenklich finden, daß einer trotz richtiger Ansichten sollte unenthaltsam sein können. Und daher behaupten Einige, bei Einem, der ein wahres Wissen in einer Sa…
Paragraph 526 Nikomachische Ethik / Chapter 94 4 119 Einige pflichten nun dem sokratischen Standpunkt in einer Hinsicht bei, in anderer nicht. Sie geben zu, daß nichts stärker sei als die Wissenschaft, daß aber niemand gegen das nac…
Paragraph 527 Nikomachische Ethik / Chapter 94 3 84 So wäre es also die Klugheit, die hier Einspruch erhöbe; denn sie ist im Besitze der sichersten und festesten Meinung. Aber das ist ungereimt; denn da würde einer klug und unentha…
Paragraph 528 Nikomachische Ethik / Chapter 94 5 108 Ferner, wenn man darum enthaltsam sein soll, weil man starke und schlechte Begierden hatErgänze: und ihnen doch nicht nachgibt. , so wird der Mäßige nicht enthaltsam und der Entha…
Paragraph 529 Nikomachische Ethik / Chapter 94 9 206 Ferner, wenn die Enthaltsamkeit macht, daß man bei jeder Meinung beharrt, so ist sie schlecht, wenn sie einen z. B. auch bei einer falschen Meinung beharren läßt; und wenn umgekeh…
Paragraph 530 Nikomachische Ethik / Chapter 94 3 97 Ferner, wer in gutem Glauben handelt und so das Lustbringende erstrebt und wählt, darf wohl als besser gelten denn jener, der das nicht in gutem Glauben, sondern aus Unenthaltsamk…
Paragraph 531 Nikomachische Ethik / Chapter 94 1 28 Ferner, wenn es in allem Unenthaltsamkeit und Enthaltsamkeit gibt, wer ist dann der Unenthaltsame an sich, und doch sagen wir von gewissen Leuten, daß sie schlechthin unenthaltsam…
Paragraph 532 Nikomachische Ethik / Chapter 95 2 25 Derart sind etwa die sich erhebenden Schwierigkeiten, die wir nunmehr teils zu lösen, teils zu bestätigen haben. Denn die Lösung einer Schwierigkeit ist ein Finden.
Paragraph 533 Nikomachische Ethik / Chapter 95 1 60 Zuerst müssen wir sehen, ob der Unenthaltsame wissentlich oder unwissentlich, und inwiefern oder wie unwissentlich handelt, darauf dann, was man als Gegenstand der Unenthaltsamkei…
Paragraph 534 Nikomachische Ethik / Chapter 95 2 82 Der erste Ausgangspunkt dieser Erörterung ist die Frage, ob der Unterschied zwischen dem Enthaltsamen und dem Unenthaltsamen in dem Gegenstande oder in dem Wie liegt, das heißt ob…
Paragraph 535 Nikomachische Ethik / Chapter 95 2 88 Der schlechthin Unenthaltsame hat es nämlich nicht mit allem zu tun, sondern vielmehr mit eben dem, worauf die Unmäßigkeit sich bezieht, und er ist unenthaltsam, nicht insofern er…
Paragraph 536 Nikomachische Ethik / Chapter 96 19 396 Was nun die Ansicht betrifft, es sei wahre Meinung, nicht Wissen, was bei der Unenthaltsamkeit verläugnet wird, so ist dieses für unsere Untersuchung ganz gleichgültig. Mancher me…
Paragraph 537 Nikomachische Ethik / Chapter 96 19 516 Man wird vielmehr, da Wissen ein doppelsinniger Ausdruck ist – gilt doch als Wissender ebensowohl wer die Wissenschaft hat und sie nicht anwendet, als wer sie anwendet –, untersch…
Paragraph 538 Nikomachische Ethik / Chapter 96 7 304 Man kann sich die Ursache der Erscheinung, die uns beschäftigt, auch in folgender Weise nach dem natürlichen Hergang in der Seele klar machen. Die eine das Handeln bestimmende Mei…
Paragraph 539 Nikomachische Ethik / Chapter 96 3 116 Da aber die zweite Prämisse im praktischen Schlußverfahren eine Meinung über etwas Sinnenfälliges und Herrin der Handlungen ist, so ist der leidenschaftlich Erregte entweder nicht…
Paragraph 540 Nikomachische Ethik / Chapter 96 1 25 So viel sei denn gesagt über die Frage, ob man wissend oder nicht wissend unenthaltsam ist, und bei welcher Art Wissen man es sein kann.
Paragraph 541 Nikomachische Ethik / Chapter 97 1 23 Hiernächst ist zu erörtern, ob jemand schlechthin unenthaltsam ist, oder jeder nur teilweise, und wenn schlechthin, in was für Dingen er es ist.
Paragraph 542 Nikomachische Ethik / Chapter 97 10 233 Daß der Enthaltsame und Abgehärtete sowie der Unenthaltsame und Weichliche es mit Lust und Unlust zu tun haben, ist klar. Da aber das Lustbringende teils notwendig teils an sich b…
Paragraph 543 Nikomachische Ethik / Chapter 97 6 229 Von denen aber, die es mit den körperlichen Genüssen zu tun haben, auf die sich die Mäßigkeit und die Unmäßigkeit bezieht, wird derjenige, der nicht mit Vorsatz dem Übermaß der Lu…
Paragraph 544 Nikomachische Ethik / Chapter 97 9 350 Da aber die Begierden und Ergötzungen teils ihrer Art nach gut und lobenswert sind – denn manches Lustbringende ist von Natur begehrenswert, anderes aber ist das Gegenteil davon, …
Paragraph 545 Nikomachische Ethik / Chapter 97 11 281 Da aber manches von Natur lustbringend ist, und zwar teils schlechthin, teils je nach den verschiedenen Gattungen von Tieren und Menschen, anderes dagegen es nicht von Natur ist, …
Paragraph 546 Nikomachische Ethik / Chapter 97 9 321 Diejenigen nun, bei denen die Natur an solchen Dingen schuld ist, nennt wohl niemand unenthaltsam, so wenig man etwa die Frauen darum so nennen würde, weil sie sich bei der Beiwoh…
Paragraph 547 Nikomachische Ethik / Chapter 98 2 57 Wie haben gesehen, daß Unenthaltsamkeit und Enthaltsamkeit es ausschließlich mit denselben Dingen zu tun haben wie Unmäßigkeit und Mäßigkeit, und daß es den anderen Dingen gegenüb…
Paragraph 548 Nikomachische Ethik / Chapter 98 6 181 Der Zorn scheint nämlich noch in etwa ein Ohr für die Vernunft zu haben, nur daß er nicht richtig hört, gleich einem behenden Diener, der, ohne seinen Herrn ganz ausreden zu lasse…
Paragraph 549 Nikomachische Ethik / Chapter 98 2 135 Ferner, es ist verzeihlicher dem natürlichen Verlangen zu folgen, wie es auch eher verzeihlich ist, den allen Menschen gemeinsamen sinnlichen Begierden, insofern sie gemeinsame si…
Paragraph 550 Nikomachische Ethik / Chapter 98 6 55 Ferner, die Größe des Unrechts wächst mit dem Grade der Hinterlistigkeit. Nun ist aber der Zornmütige und der Zorn nicht hinterlistig, sondern offen, wohl aber ist es die Begierde…
Paragraph 551 Nikomachische Ethik / Chapter 98 1 12 »Schmeichelnde Bitte, die auch des Verständigsten Sinne betöret.«Ilias XIV, 214 ff.
Paragraph 552 Nikomachische Ethik / Chapter 98 1 22 Wenn also diese Unenthaltsamkeit ungerechter und häßlicher ist als die im Zorn, so ist sie auch Unenthaltsamkeit schlechthin und gewissermaßen ein Laster.
Paragraph 553 Nikomachische Ethik / Chapter 98 2 65 Endlich verübt niemand mit Trauer Frevel und Unrecht; jeder aber, der im Zorn handelt, handelt mit Trauer, dagegen der Frevler mit Lust. Wenn nun also die Dinge, worüber wir uns m…
Paragraph 554 Nikomachische Ethik / Chapter 98 2 43 So haben wir denn gesehen, daß die Unenthaltsamkeit des Lüstlings schimpflicher ist als die des Zornmütigen, und daß die Enthaltsamkeit und die Unenthaltsamkeit es mit den körperl…
Paragraph 555 Nikomachische Ethik / Chapter 98 4 107 Wie anfangs gesagt worden, sind die Begierden und Lüste teils nach Art und Grad menschlich und natürlich, teils sind sie tierischer Art oder endlich drittens auch Folgeerscheinung…
Paragraph 556 Nikomachische Ethik / Chapter 98 11 197 Vertiertheit ist im Vergleich zur Schlechtigkeit ein Minus, aber furchtbarer. Denn bei ihr ist nicht das Beste verderbt, wie bei dem, der noch Mensch bleibt, sondern man hat es ni…
Paragraph 557 Nikomachische Ethik / Chapter 99 3 103 Zu den auf dem Gefühl und dem Geschmack beruhenden Arten von Lust und Unlust, Begehren und Fliehen, die weiter oben als die Sphäre der Unmäßigkeit und der Mäßigkeit bezeichnet wor…
Paragraph 558 Nikomachische Ethik / Chapter 99 7 182 Da aber die verschiedenen Arten der Lust teils notwendig sind teils nicht, und die notwendigen es bis zu einem gewissen Grade sind, während das Übermaß und der Mangel es nicht ist…
Paragraph 559 Nikomachische Ethik / Chapter 99 3 55 Jedermann aber hält den für schlimmer, der ohne Begierde oder mit schwacher Begierde Schändliches tut, als den, der es im Zustande heftiger Begierde tut, und den, der ohne Zorn sc…
Paragraph 560 Nikomachische Ethik / Chapter 99 13 307 Von den Unterarten dieser Klasse ist die eine mehr weichlich, die andere mehr unenthaltsam. Dem Unenthaltsamen steht der Enthaltsame, dem Weichling der Abgehärtete gegenüber. Die …
Paragraph 561 Nikomachische Ethik / Chapter 99 1 32 Auch der ausgelassen Lustige ist scheinbar unmäßig; in Wirklichkeit ist er weichlich, da die Lustigkeit als Erholung eine Art der Ausspannung ist und das Zuviel in letzterer eben …
Paragraph 562 Nikomachische Ethik / Chapter 99 4 89 Die Unenthaltsamkeit ist teils Übereilung, teils Schwäche. Die einen überlegen zwar, beharren aber in folge der Leidenschaft nicht bei ihrem Entschlusse, die anderen werden mangel…
Paragraph 563 Nikomachische Ethik / Chapter 99 2 41 Vorzüglich trifft man die Unenthaltsamkeit aus Übereilung bei den cholerischen und melancholischen Charakteren. Die einen warten wegen ihrer Raschheit, die anderen wegen ihrer Hef…
Paragraph 564 Nikomachische Ethik / Chapter 100 8 88 Der Unmäßige fühlt, wie gesagt, keine Reue. Er bleibt bei seiner Willensrichtung. Der Unenthaltsame ist stets der Reue fähig. Es ist darum nicht so, wie wir zuvor in den Aporien m…
Paragraph 565 Nikomachische Ethik / Chapter 100 3 71 (1151a) Unter den Unenthaltsamen selbst sind wieder die, die sofort aus dem Lot kommen, besser oder nicht so schlimm als die, die überlegen und an ihrem Entschlüsse nicht festhalt…
Paragraph 566 Nikomachische Ethik / Chapter 100 11 281 Daß also die Unenthaltsamkeit nicht Schlechtigkeit ist, leuchtet ein, sie möchte es jedoch beziehungsweise sein. Sie ist nämlich unvorsätzlich, während die Schlechtigkeit vorsätzl…