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Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 83 / Paragraph 467 22 Die Weisheit aber schreiben wir in den Künsten denjenigen zu, die es in denselben zur höchsten Vollendung gebracht haben, indem wir z.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 83 / Paragraph 468 28 »Ihn nun hatten die Götter zum Gräber nicht, auch nicht zum Pflüger, Noch sonst weise gemacht«Aus dieser angeblichen Dichtung des Homer sind nur noch wenige Verse erhalten.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 83 / Paragraph 469 10 Somit ist offenbar, daß die Weisheit die vollkommenste Wissenschaft ist.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 83 / Paragraph 470 31 Denn wenn man meint, die Staatskunst oder die Klugheit sei die beste Wissenschaft, so ist dies ungereimt, wofern der Mensch nicht das Beste von allem in der Welt istDie beste, d.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 83 / Paragraph 471 57 Daher erklärt man einen Anaxagoras, einen Thales und ihresgleichen für Weise, aber nicht für klug, da man sieht, daß sie sich auf das, was ihnen Vorteil bringt, nicht verstehen, u…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 84 / Paragraph 472 20 Die Klugheit aber hat es mit den irdischen und menschlichen Dingen zu tun, mit Dingen, die Gegenstand der Überlegung sind.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 84 / Paragraph 473 16 Auch geht die Klugheit nicht bloß auf das Allgemeine, sondern auch auf die Erkenntnis des Einzelnen.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 84 / Paragraph 474 16 Es gibt aber auch wohl hier, in den irdischen und menschlichen Dingen, ein architektonisches, leitendes Vermögen.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 84 / Paragraph 475 15 Klugheit scheint vorzüglich jene zu sein, die sich auf die eigene und eine Person bezieht.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 85 / Paragraph 476 28 So ist denn die richtige Auffassung dessen, was der eigenen Person frommt, wohl sicher eine besondere Art (1142a) der Einsicht, aber die Meinungen über sie sind sehr geteilt.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 85 / Paragraph 477 32 »Wie wär' ich klug, der ohne Not und Plackerei, Als einer zählend in der Menge unsres Heers, Das gleiche Teil besitzen konnte?Worte des Odysseus aus dem Prolog des Philoktet von E…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 85 / Paragraph 478 34 Man sucht nämlich für gewöhnlich was für einen selbst gut ist, und vermeint, auf solches seine Tätigkeit richten zu sollen, und dieser Meinung ist dann die Vorstellung entsprungen…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 85 / Paragraph 479 11 Indessen gibt es vielleicht kein eigenes Beste ohne Haushaltungskunst und Staatskunst.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 85 / Paragraph 480 20 Freilich könnte man auch die Frage aufwerfen, warum eigentlich ein Knabe ein Mathematikus werden kann, aber kein Weiser oder Naturphilosoph.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 85 / Paragraph 481 29 Daß aber die Klugheit in eigenen Dingen auch einen Blick fürs Ganze fordert, ergibt sich auch insofern, als ein Irrtum beim Überlegen entweder das Allgemeine oder das Besondere be…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 85 / Paragraph 482 9 Daß die Klugheit aber nicht Wissenschaft ist, ist klar.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 86 / Paragraph 483 20 Die Klugheit unterscheidet sich aber vom Verstände dadurch, daß sie sucht und überlegt, da ja das Überlegen ein Suchen istS.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 86 / Paragraph 484 58 Wir müssen aber auch ermitteln, was die Wohlberatenheit ist, ob eine Wissenschaft oder Meinung oder richtiger Takt, oder ob sie zu einer anderen Gattung gehörtNach der Erörterung …
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 86 / Paragraph 485 5 Wissenschaft ist sie offenbar nicht.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 86 / Paragraph 486 6 Ebensowenig ist sie ein richtiger Takt.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 86 / Paragraph 487 24 Die Wohlberatenheit ist endlich auch keinerlei MeinungMeinung, δόξα, ist die Annahme eines bestimmten Satzes als wahr, wenn auch mit der Besorgnis, daß man irre.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 86 / Paragraph 488 31 Da vielmehr wer sich übel berät, fehlt, und wer sich wohl berät, sich richtig berät, so ist Wohlberatenheit offenbar eine gewisse Richtigkeit, aber eine Richtigkeit weder des Wiss…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 86 / Paragraph 489 11 Aber die Wohlberatenheit entbehrt auch nicht der Gründe und des Denkens.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 86 / Paragraph 490 34 Die Wohlberatenheit ist also vielmehr Richtigkeit des Rates oder der Überlegung, daher zuerst untersucht werden müßte, was Rat und Überlegung ist, und worauf sie sich beziehenWas …
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 86 / Paragraph 491 22 Was aber das Moment der Richtigkeit angeht, so hat dieselbe viele Bedeutungen, so daß hier offenbar nicht jede Richtigkeit gemeint sein kann.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 86 / Paragraph 492 31 Der Unenthaltsame nämlich und der Schlechte wird was er zu erkennen sich vorgesetzt hat, durch seine Überlegung treffen und wird sich somit richtig beraten und doch dabei großen S…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 86 / Paragraph 493 28 Aber auch dieses kann man mittelst eines falschen Schlusses treffen, und so zwar treffen was man tun soll, aber nicht durch den rechten Mittelbegriff, sondern durch einen falschen.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 86 / Paragraph 494 19 Ferner kann man sich lange Zeit beraten, bis man das Rechte trifft, während ein Anderer schnell damit zustande kommt.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 86 / Paragraph 495 14 Endlich kann man teils schlechthin wohlberaten sein, teils mit Beziehung auf ein einzelnes Geschäft.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 86 / Paragraph 496 36 Wenn demnach wohlberaten zu sein ein Merkmal des klugen Mannes ist, so kann man sagen: die Wohlberatenheit ist Richtigkeit in Bezug auf das, was zu einem Zweck frommt, von dem die…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 87 / Paragraph 497 35 Auch die Verständigkeit und die Unverständigkeit, wonach (1143a) man von verständigen und unverständigen Leuten spricht, ist einerseits nicht mit Wissenschaft oder Meinung ganz id…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 87 / Paragraph 498 52 Verständigkeit ist weder der Besitz noch die Erlangung der Klugheit, sondern wie man beim Lernen von Verstehen spricht, wenn einer die Wissenschaft, die er schon hat, entsprechend…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 87 / Paragraph 499 23 Die sogenannte Gnome, Diskretion oder Unterscheidung, dergemäß wir von diskreten Personen reden, und sagen, man besitze Diskretion, ist die richtige Beurteilung des Billigen.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 88 / Paragraph 500 16 Man kann aber von allen diesen Eigenschaften mit Recht behaupten, daß sie auf dasselbe Objekt hinzielen.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 88 / Paragraph 501 29 Denn wir sprechen von Diskretion, Verständigkeit, Klugheit und Verstand, indem wir unbedenklich denselben Personen die Eigenschaft der Diskretion und des Verstandes zuschreiben un…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 88 / Paragraph 502 14 Daher ist der (praktische) Verstand (von Seite seines Gegenstandes) wie Anfang so auch Ende.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 88 / Paragraph 503 23 Deswegen muß man auf die ohne Beweis ausgesprochenen Behauptungen und Meinungen der Erfahrenen, Alten und Klugen nicht weniger achten als auf die Demonstrationen.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 88 / Paragraph 504 55 So hätten wir denn dargelegt, was die Klugheit und die Weisheit ist, womit jede von beiden es zu tun hat, und daß jede von ihnen die Tugend eines anderen Seelenteils istDie Klughe…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 89 / Paragraph 505 11 Man könnte aber betreffs ihrer fragen, zu was sie nütze sind.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 89 / Paragraph 506 40 Wollte man aber sagen, die Klugheit sei nicht dafür da, um die Tugenden besser zu äußern, sondern um tugendhaft zu werden, so wäre sie dem, der tugendhaft ist, zu nichts nütze; ab…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 89 / Paragraph 507 22 Zudem scheint es ungereimt, wenn sie (die Klugheit), die doch geringer ist als die Weisheit, wichtiger und maßgebender sein soll als sie.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 89 / Paragraph 508 6 Hierüber also müssen wir uns erklären.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 89 / Paragraph 509 36 (1144a) Wir sagen also zuerst, daß diese beiden Tugenden, selbst wenn keine von ihnen etwas hervorbrächte, doch notwendig an und für sich begehrenswert wären, insofern jede von ih…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 89 / Paragraph 510 25 Sodann bringen sie aber auch wirklich etwas hervor; aber nicht wie die Medizin, sondern wie die Gesundheit die Gesundheit hervorbringt, so die Weisheit die Glückseligkeit.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 89 / Paragraph 511 17 Ferner kommen die menschlichen Handlungen unter dem maßgebenden Einflusse der Klugheit und der sittlichen Tugend zu stande.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 89 / Paragraph 512 31 Was aber den Einwand angeht, daß niemand wegen der Klugheit in höherem Grade sittliche und gerechte Handlungen verrichte, so müssen wir zu seiner Entkräftung etwas weiter zurückgr…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 89 / Paragraph 513 9 Es gibt ein Vermögen, das man als Geschicklichkeit bezeichnet.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 89 / Paragraph 514 10 (1144b) Wenden wir nun wieder der Tugend unser Augenmerk zu.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 89 / Paragraph 515 30 Daher begegnet man hier und da der Behauptung, alle Tugenden seine ebensoviele Arten der Klugheit, und die sokratische Forschung hatte mit dieser Ansicht teils Recht, teils war si…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 89 / Paragraph 516 51 Hiermit ist auch der Grund widerlegt, auf den hin man die Tugenden für getrennt von einander erklären könnte, da nicht eine und dieselbe Person von Natur zu allen Tugenden die gle…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 89 / Paragraph 517 34 Aber auch wenn die Klugheit zum Handeln nichts beitrüge, bedürfte man ihrer offenbar doch, weil sie die Vollkommenheit eines Seelenvermögens ist, und weil die Willenswahl ohne Klu…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 89 / Paragraph 518 15 Dennoch steht die Klugheit nicht über der Weisheit, noch ist sie Eigenschaft eines höheren Vermögens.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 92 / Paragraph 519 40 Hiernach haben wir einen anderen Ausgangspunkt zu nehmen und zu sagen, daß es drei Arten dessen gibt, was man auf dem sittlichen Gebiete meiden muß: Schlechtigkeit, Unenthaltsamke…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 92 / Paragraph 520 13 »– schien er doch nimmer Wie einem sterblichen Mann, nein, wie einem Gotte entsprossen.«
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 92 / Paragraph 521 27 Wenn daher, wie man sagt, aus Menschen durch ein Übermaß der Tugend Götter werden, so wäre offenbar der der tierischen Rohheit entgegengesetzte Habitus gleichsam von solcher Art.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 92 / Paragraph 522 41 Auch hier müssen wir wie sonst die Ansichten, die einen Schein haben, hersetzen und zuerst die Zweifel über sie vortragen, um dann entweder wo möglich alles, was bezüglich der ged…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 93 / Paragraph 523 25 Die Enthaltsamkeit also wie die Abgehärtetheit scheint zu den trefflichen und lobenswerten Dingen, die Unenthaltsamkeit und Weichlichkeit dagegen zu den schlechten und tadelnswert…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 93 / Paragraph 524 27 Auch sagt man, der Mäßige sei enthaltsam und starkmütig; umgekehrt aber meint man teils, jeder, der die beiden letzten Eigenschaften habe, sei mäßig, teils bestreitet man es.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 94 / Paragraph 525 15 Man könnte es aber bedenklich finden, daß einer trotz richtiger Ansichten sollte unenthaltsam sein können.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 94 / Paragraph 526 13 Einige pflichten nun dem sokratischen Standpunkt in einer Hinsicht bei, in anderer nicht.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 94 / Paragraph 527 20 So wäre es also die Klugheit, die hier Einspruch erhöbe; denn sie ist im Besitze der sichersten und festesten Meinung.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 94 / Paragraph 528 19 Ferner, wenn man darum enthaltsam sein soll, weil man starke und schlechte Begierden hatErgänze: und ihnen doch nicht nachgibt.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 94 / Paragraph 529 19 Ferner, wenn die Enthaltsamkeit macht, daß man bei jeder Meinung beharrt, so ist sie schlecht, wenn sie einen z.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 94 / Paragraph 530 30 Ferner, wer in gutem Glauben handelt und so das Lustbringende erstrebt und wählt, darf wohl als besser gelten denn jener, der das nicht in gutem Glauben, sondern aus Unenthaltsamk…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 94 / Paragraph 531 28 Ferner, wenn es in allem Unenthaltsamkeit und Enthaltsamkeit gibt, wer ist dann der Unenthaltsame an sich, und doch sagen wir von gewissen Leuten, daß sie schlechthin unenthaltsam…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 95 / Paragraph 532 17 Derart sind etwa die sich erhebenden Schwierigkeiten, die wir nunmehr teils zu lösen, teils zu bestätigen haben.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 95 / Paragraph 533 60 Zuerst müssen wir sehen, ob der Unenthaltsame wissentlich oder unwissentlich, und inwiefern oder wie unwissentlich handelt, darauf dann, was man als Gegenstand der Unenthaltsamkei…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 95 / Paragraph 534 59 Der erste Ausgangspunkt dieser Erörterung ist die Frage, ob der Unterschied zwischen dem Enthaltsamen und dem Unenthaltsamen in dem Gegenstande oder in dem Wie liegt, das heißt ob…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 95 / Paragraph 535 50 Der schlechthin Unenthaltsame hat es nämlich nicht mit allem zu tun, sondern vielmehr mit eben dem, worauf die Unmäßigkeit sich bezieht, und er ist unenthaltsam, nicht insofern er…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 96 / Paragraph 536 25 Was nun die Ansicht betrifft, es sei wahre Meinung, nicht Wissen, was bei der Unenthaltsamkeit verläugnet wird, so ist dieses für unsere Untersuchung ganz gleichgültig.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 96 / Paragraph 537 70 Man wird vielmehr, da Wissen ein doppelsinniger Ausdruck ist – gilt doch als Wissender ebensowohl wer die Wissenschaft hat und sie nicht anwendet, als wer sie anwendet –, untersch…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 96 / Paragraph 538 23 Man kann sich die Ursache der Erscheinung, die uns beschäftigt, auch in folgender Weise nach dem natürlichen Hergang in der Seele klar machen.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 96 / Paragraph 539 50 Da aber die zweite Prämisse im praktischen Schlußverfahren eine Meinung über etwas Sinnenfälliges und Herrin der Handlungen ist, so ist der leidenschaftlich Erregte entweder nicht…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 96 / Paragraph 540 25 So viel sei denn gesagt über die Frage, ob man wissend oder nicht wissend unenthaltsam ist, und bei welcher Art Wissen man es sein kann.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 97 / Paragraph 541 23 Hiernächst ist zu erörtern, ob jemand schlechthin unenthaltsam ist, oder jeder nur teilweise, und wenn schlechthin, in was für Dingen er es ist.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 97 / Paragraph 542 20 Daß der Enthaltsame und Abgehärtete sowie der Unenthaltsame und Weichliche es mit Lust und Unlust zu tun haben, ist klar.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 97 / Paragraph 543 87 Von denen aber, die es mit den körperlichen Genüssen zu tun haben, auf die sich die Mäßigkeit und die Unmäßigkeit bezieht, wird derjenige, der nicht mit Vorsatz dem Übermaß der Lu…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 97 / Paragraph 544 76 Da aber die Begierden und Ergötzungen teils ihrer Art nach gut und lobenswert sind – denn manches Lustbringende ist von Natur begehrenswert, anderes aber ist das Gegenteil davon, …
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 97 / Paragraph 545 53 Da aber manches von Natur lustbringend ist, und zwar teils schlechthin, teils je nach den verschiedenen Gattungen von Tieren und Menschen, anderes dagegen es nicht von Natur ist, …
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 97 / Paragraph 546 51 Diejenigen nun, bei denen die Natur an solchen Dingen schuld ist, nennt wohl niemand unenthaltsam, so wenig man etwa die Frauen darum so nennen würde, weil sie sich bei der Beiwoh…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 98 / Paragraph 547 40 Wie haben gesehen, daß Unenthaltsamkeit und Enthaltsamkeit es ausschließlich mit denselben Dingen zu tun haben wie Unmäßigkeit und Mäßigkeit, und daß es den anderen Dingen gegenüb…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 98 / Paragraph 548 84 Der Zorn scheint nämlich noch in etwa ein Ohr für die Vernunft zu haben, nur daß er nicht richtig hört, gleich einem behenden Diener, der, ohne seinen Herrn ganz ausreden zu lasse…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 98 / Paragraph 549 26 Ferner, es ist verzeihlicher dem natürlichen Verlangen zu folgen, wie es auch eher verzeihlich ist, den allen Menschen gemeinsamen sinnlichen Begierden, insofern sie gemeinsame si…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 98 / Paragraph 550 11 Ferner, die Größe des Unrechts wächst mit dem Grade der Hinterlistigkeit.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 98 / Paragraph 551 12 »Schmeichelnde Bitte, die auch des Verständigsten Sinne betöret.«Ilias XIV, 214 ff.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 98 / Paragraph 552 22 Wenn also diese Unenthaltsamkeit ungerechter und häßlicher ist als die im Zorn, so ist sie auch Unenthaltsamkeit schlechthin und gewissermaßen ein Laster.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 98 / Paragraph 553 22 Endlich verübt niemand mit Trauer Frevel und Unrecht; jeder aber, der im Zorn handelt, handelt mit Trauer, dagegen der Frevler mit Lust.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 98 / Paragraph 554 33 So haben wir denn gesehen, daß die Unenthaltsamkeit des Lüstlings schimpflicher ist als die des Zornmütigen, und daß die Enthaltsamkeit und die Unenthaltsamkeit es mit den körperl…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 98 / Paragraph 555 33 Wie anfangs gesagt worden, sind die Begierden und Lüste teils nach Art und Grad menschlich und natürlich, teils sind sie tierischer Art oder endlich drittens auch Folgeerscheinung…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 98 / Paragraph 556 10 Vertiertheit ist im Vergleich zur Schlechtigkeit ein Minus, aber furchtbarer.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 99 / Paragraph 557 59 Zu den auf dem Gefühl und dem Geschmack beruhenden Arten von Lust und Unlust, Begehren und Fliehen, die weiter oben als die Sphäre der Unmäßigkeit und der Mäßigkeit bezeichnet wor…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 99 / Paragraph 558 82 Da aber die verschiedenen Arten der Lust teils notwendig sind teils nicht, und die notwendigen es bis zu einem gewissen Grade sind, während das Übermaß und der Mangel es nicht ist…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 99 / Paragraph 559 39 Jedermann aber hält den für schlimmer, der ohne Begierde oder mit schwacher Begierde Schändliches tut, als den, der es im Zustande heftiger Begierde tut, und den, der ohne Zorn sc…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 99 / Paragraph 560 14 Von den Unterarten dieser Klasse ist die eine mehr weichlich, die andere mehr unenthaltsam.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 99 / Paragraph 561 32 Auch der ausgelassen Lustige ist scheinbar unmäßig; in Wirklichkeit ist er weichlich, da die Lustigkeit als Erholung eine Art der Ausspannung ist und das Zuviel in letzterer eben …
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 99 / Paragraph 562 7 Die Unenthaltsamkeit ist teils Übereilung, teils Schwäche.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 99 / Paragraph 563 13 Vorzüglich trifft man die Unenthaltsamkeit aus Übereilung bei den cholerischen und melancholischen Charakteren.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 100 / Paragraph 564 7 Der Unmäßige fühlt, wie gesagt, keine Reue.
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 100 / Paragraph 565 29 (1151a) Unter den Unenthaltsamen selbst sind wieder die, die sofort aus dem Lot kommen, besser oder nicht so schlimm als die, die überlegen und an ihrem Entschlüsse nicht festhalt…
Sentence 1 Nikomachische Ethik / Chapter 100 / Paragraph 566 15 Daß also die Unenthaltsamkeit nicht Schlechtigkeit ist, leuchtet ein, sie möchte es jedoch beziehungsweise sein.