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Paragraph 367 Nikomachische Ethik / Chapter 67 3 73 Die Ausdrücke Verlust (Einbuße, Nachteil) einerseits und Gewinn (Zubuße, Vorteil) anderseits stammen aus dem freiwilligen Verkehr. Gewinnen bedeutet nämlich eigentlich mehr erhalt…
Paragraph 368 Nikomachische Ethik / Chapter 67 4 54 So ist denn dieses Recht eine Mitte zwischen einem nicht auf freiem Willen beruhenden Gewinn und Verlust, also dies, daß man vor wie nach das Gleiche hatDie kommutative Gerechtigk…
Paragraph 369 Nikomachische Ethik / Chapter 68 7 121 Einige Philosophen vertreten aber auch die Ansicht, die Wiedervergeltung sei das Recht schlechthin. So die Pythagoreer, die schlechthin das Recht als das bestimmten, was man von e…
Paragraph 370 Nikomachische Ethik / Chapter 68 5 114 In jedem auf Gegenseitigkeit beruhenden Verkehr freilich begreift die Wiedervergeltung das fragliche Recht in sich, jedoch eine Wiedervergeltung nach Maßgabe der Proportionalität,…
Paragraph 371 Nikomachische Ethik / Chapter 68 15 282 Der Entgelt nach Verhältnis kommt zustande durch eine Verbindung der Daten nach Maßgabe der Diagonale; z. B. a sei Baumeister, b Schuster, c Haus und d Schuh. Der Baumeister muß n…
Paragraph 372 Nikomachische Ethik / Chapter 68 11 206 Daher muß alles, was untereinander ausgetauscht wird, gewissermaßen gleich den Zahlen addierbar sein, und dazu ist nun das Geld bestimmt, das sozusagen zu einer Mitte wird. Denn d…
Paragraph 373 Nikomachische Ethik / Chapter 68 7 144 So hat man denn eine wirkliche Wiedervergeltung, wenn eine Gleichung von der Art durchgeführt wird, daß wie der Bauer zum Schuster, so die Leistung des Schusters sich zu der des B…
Paragraph 374 Nikomachische Ethik / Chapter 68 5 38 Gesetzt wir haben Bauer a, einen Schäffel Getreide c, Schuster b, seine nach der Regel des Ausgleichs bemessene Leistung d. Ließe sich die Wiedervergeltung nicht in dieser Weise d…
Paragraph 375 Nikomachische Ethik / Chapter 68 4 63 Daß aber das Bedürfnis als eine verbindende Einheit die Menschen zusammenhält, erhellt daraus, daß wenn kein Teil des anderen bedarf, oder auch nur der eine des anderen nicht, sie…
Paragraph 376 Nikomachische Ethik / Chapter 68 4 58 Für einen späteren Austausch ist uns, wenn kein augenblickliches Bedürfnis dafür vorliegt, das Geld gleichsam Bürge, daß wir ihn im Bedürfnisfalle vornehmen können. Denn wer mit G…
Paragraph 377 Nikomachische Ethik / Chapter 68 6 108 Daher muß alles seinen Preis haben; denn so wird immer Austausch und somit Verkehrsgemeinschaft sein können. Das Geld macht also wie ein Maß alle Dinge kommensurabel und stellt da…
Paragraph 378 Nikomachische Ethik / Chapter 68 5 79 a sei ein Haus, b zehn Minen, c ein Bett, a ist nun ½ b, wenn das Haus fünf Minen wert oder ihnen gleich ist. Das Bett c sei 1/10 b. So sieht man denn, wie viel Betten dem Hause g…
Paragraph 379 Nikomachische Ethik / Chapter 69 4 73 So wäre denn erklärt, was das Unrecht und was das Recht ist. – Auf grund der gegebenen Bestimmungen sieht man nun auch, daß die Ausübung der Gerechtigkeit die Mitte ist zwischen U…
Paragraph 380 Nikomachische Ethik / Chapter 69 1 84 (1134a) Näherhin ist die Gerechtigkeit jene Tugend, kraft deren der Gerechte nach freier Wahl gerecht handelt und bei der Austeilung, handele es sich nun um sein eigenes Verhältni…
Paragraph 381 Nikomachische Ethik / Chapter 69 4 104 Die Ungerechtigkeit ist umgekehrt jenes Laster, das freiwillig ungerecht handeln und ungerecht austeilen macht. Das Ungerechte liegt aber in einem der Proportionalität zuwiderlauf…
Paragraph 382 Nikomachische Ethik / Chapter 69 1 22 So viel sei denn gesagt über die Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit und die Natur beider, und ebenso über Recht und Unrecht im allgemeinen.
Paragraph 383 Nikomachische Ethik / Chapter 70 7 140 Da man ein Unrecht begehen kann, ohne schon ein Ungerechter zu sein, so fragt es sich, durch was für ungerechte Handlungen man nach den einzelnen Arten der Ungerechtigkeit ein Ung…
Paragraph 384 Nikomachische Ethik / Chapter 70 6 179 Wie nun die Wiedervergeltung sich zum Recht verhält, ist vorhin erklärt worden. Man bemerke aber, daß es sich um das Recht schlechthin, nämlich das politische Recht, fragt. Dieses…
Paragraph 385 Nikomachische Ethik / Chapter 70 4 118 Darum lassen wir keinen Menschen, sondern die Vernunft herrschen, weil der Mensch sich in der bezeichneten Weise (1134b) zuteilt und ein Tyrann wird. Der wahre Herrscher ist Wächt…
Paragraph 386 Nikomachische Ethik / Chapter 70 6 137 Das Recht des Herrn über den Sklaven und des Vaters über das Kind ist dem politischen Rechte nicht gleich, sondern ähnlich. Gibt es ja doch keine Ungerechtigkeit in Bezug auf das,…
Paragraph 387 Nikomachische Ethik / Chapter 70 1 29 Daher gibt es eher ein Recht gegenüber der Frau als gegenüber den Kindern und Sklaven, das ökonomische oder häusliche Recht nämlich, das aber auch von dem politischen verschieden …
Paragraph 388 Nikomachische Ethik / Chapter 70 9 158 Das politische RechtDas politische Recht, τὸ πολιτικὸν δίκαιον, ist jenes, das im Staate gilt, nicht jenes, das vom Staate kommt. Aristoteles verficht die sehr wichtige und einz…
Paragraph 389 Nikomachische Ethik / Chapter 70 15 256 Einige sind aber der Meinung, alles Recht sei von dieser letzteren Art, weil alles Natürliche unbeweglich ist und überall dieselbe Kraft hat – wie z. B. das Feuer bei uns so gut w…
Paragraph 390 Nikomachische Ethik / Chapter 70 2 36 Jede einzelne Bestimmung des Rechtes und Gesetzes verhält sich wie das Allgemeine zum Besonderen. Der konkreten praktischen Fälle sind ja viele, jene Bestimmungen sind aber je ein…
Paragraph 391 Nikomachische Ethik / Chapter 70 5 71 Es ist ein Unterschied zwischen ungerechter Handlung und Unrecht, so wie zwischen gerechter Handlung und Recht. Unrecht ist etwas von Natur oder kraft Verordnung. Eben dieses ist,…
Paragraph 392 Nikomachische Ethik / Chapter 70 1 29 Welcherlei und wie viele Unter-Arten der beiden Rechte es im einzelnen gibt, und mit was für Gegenständen diese es zu tun haben, werden wir später (in der Politik) betrachten.
Paragraph 393 Nikomachische Ethik / Chapter 70 4 103 Da es mit Recht und Unrecht so bestellt ist, so wird eine ungerechte oder eine gerechte Handlung nur dann begangen, wenn man freiwillig recht oder unrecht tut. Geschieht es unfrei…
Paragraph 394 Nikomachische Ethik / Chapter 70 10 198 Als freiwillig gilt mir, wie schon früher erklärt worden, eine Handlung, die zu verrichten bei ihrem Urheber steht, und die man mit Wissen verrichtet, ohne bezüglich der Person, d…
Paragraph 395 Nikomachische Ethik / Chapter 70 3 74 Ebenso ist es mit der Zufälligkeit, wenn es sich um Recht und Unrecht handelt. Einer kann ein Pfand unfreiwillig und aus Furcht zurückgeben, und doch darf man darum nicht sagen, d…
Paragraph 396 Nikomachische Ethik / Chapter 70 8 194 Das Freiwillige tun wir teils vorsätzlich, teils unvorsätzlich: vorsätzlich was wir vorher überlegt haben, unvorsätzlich was wir nicht vorher überlegt haben. Von den drei Arten vo…
Paragraph 397 Nikomachische Ethik / Chapter 70 4 75 Hat man zwar wissentlich gehandelt, aber ohne vorherige Überlegung, so ist es eine ungerechte Handlung, z. B. alles, was dem Menschen im Zorn oder in anderen notwendigen oder natü…
Paragraph 398 Nikomachische Ethik / Chapter 70 1 13 Handelt man aber mit Vorsatz, so ist man ein ungerechter und böser Mensch.
Paragraph 399 Nikomachische Ethik / Chapter 70 5 135 Daher heißt es treffend: »Im Zorn getan, gilt nicht als vorbedacht getan.« Denn der Anfang der Handlung liegt nicht in dem, der im Zorn handelt, sondern in dem, der ihn zornig gem…
Paragraph 400 Nikomachische Ethik / Chapter 70 7 111 (1136a) Wenn man einen aber vorsätzlich schädigt, so begeht man eine Ungerechtigkeit. Und erst wer in diesem Sinne Unrecht begeht, ist ungerecht, wenn was er tut, gegen die Propor…
Paragraph 401 Nikomachische Ethik / Chapter 71 2 37 Man könnte aber zweifeln, ob die gegebenen Bestimmungen über Unrechtleiden und Unrechttun zutreffend sind, wenn es für's erste einen Fall geben kann, wie den, den EuripidesMan wei…
Paragraph 402 Nikomachische Ethik / Chapter 71 1 17 »Getödtet hab' ich meine Mutter, kurz gesagt, Sie wollt', ich wollte – nein, sie wollt', ich wollte nicht«;
Paragraph 403 Nikomachische Ethik / Chapter 71 2 44 ob es nämlich in Wahrheit möglich ist, mit Willen Unrecht zu leiden, oder ob nicht vielmehr alles Unrechtleiden unfreiwillig ist, wie alles Unrechttun freiwillig. Und ist etwa all…
Paragraph 404 Nikomachische Ethik / Chapter 71 3 63 Sodann wirft die gleiche Frage sich beim Rechtleiden auf. Alles Rechttun ist nämlich freiwillig, und so scheint die Annahme begründet, daß zu beidem (dem Unrecht- und Rechttun) da…
Paragraph 405 Nikomachische Ethik / Chapter 71 5 112 Es liegt auch noch insofern Anlaß zu Bedenken vor, als man zweifeln kann, ob jeder, der erlitten hat was Unrecht ist, auch Unrecht leidet, oder ob es sich nicht vielmehr mit dem E…
Paragraph 406 Nikomachische Ethik / Chapter 71 3 74 Und, wenn Unrechttun nichts weiter ist, als freiwillig einen schädigen, und freiwillig schädigen so viel ist, als schädigen mit Erkenntnis der geschädigten Person und des Mittels …
Paragraph 407 Nikomachische Ethik / Chapter 71 1 29 (1136b) Ferner, man kann sich aus Unenthaltsamkeit freiwillig von einem anderen, der ebenfalls freiwillig handelt, Schaden zufügen lassen, so daß es also möglich wäre, mit Willen …
Paragraph 408 Nikomachische Ethik / Chapter 71 5 113 Oder sollte etwa die gegebene Bestimmung nicht richtig sein, sondern zu der Bedingung, daß die Schädigung mit Erkenntnis der geschädigten Person und des Werkzeugs und des Wie gesc…
Paragraph 409 Nikomachische Ethik / Chapter 71 2 18 »Die goldene Rüstung für Erz; Jene war hundert Ochsen an Wert gleich, diese nur neunen«Ilias VI, 236. ,
Paragraph 410 Nikomachische Ethik / Chapter 71 1 28 der leidet kein Unrecht; denn es steht bei ihm zu geben, Unrecht zu leiden aber steht nicht bei uns, sondern dazu gehört, daß Einer sei, der Unrecht tut.
Paragraph 411 Nikomachische Ethik / Chapter 71 1 9 So erhellt denn, daß das Unrechtleiden nicht freiwillig ist.
Paragraph 412 Nikomachische Ethik / Chapter 72 1 42 Noch sind von den Fragen, die wir uns zur Besprechung vorgesetzt haben, zwei zu erledigen, die eine, ob etwa Unrecht tut wer mehr als billig austeilt, oder wer mehr als billig emp…
Paragraph 413 Nikomachische Ethik / Chapter 72 10 145 Bezüglich der ersten Frage erhebt sich folgendes Bedenken. Wenn es so sein kann, wie wir oben gesagt haben, daß der, der zuviel austeilt, nicht der, der zuviel erhält, Unrecht tut…
Paragraph 414 Nikomachische Ethik / Chapter 72 1 18 Es ist aber auch aus positiven Gründen klar, daß immer der zuviel Austeilende, nicht der Empfänger, Unrecht tut.
Paragraph 415 Nikomachische Ethik / Chapter 72 2 48 Nicht der, bei dem sich Ungerechtes vorfindet, sondern der, von dem es wahr ist, daß er dies mit Willen herbeigeführt hat, tut Unrecht. Das ist aber der, in dem der Anfang der Han…
Paragraph 416 Nikomachische Ethik / Chapter 72 3 57 Da ferner das Tun vieldeutig ausgesagt wird, und eine Tödtung z. B. auch durch Unbeseeltes und durch die Hand und durch einen von seinem Herrn beauftragten Diener geschehen kann, …
Paragraph 417 Nikomachische Ethik / Chapter 72 3 127 Ein Richter endlich, der unwissentlich ein Urteil gefällt hat, begeht kein gesetzliches Unrecht, und sein Urteil ist nicht ungerecht, wenn es auch so gut wie ungerecht ist – denn …
Paragraph 418 Nikomachische Ethik / Chapter 73 3 70 Die Leute meinen nun, es stehe bei ihnen, Unrecht zu tun, und deshalb sei es auch leicht gerecht zu sein. Aber dem ist nicht so. Der Frau des Nachbars beiwohnen, seinen Nächsten s…
Paragraph 419 Nikomachische Ethik / Chapter 73 6 108 Desgleichen meint man, Recht und Unrecht zu kennen sei keine besondere Weisheit, da es nicht schwer sei, zu verstehen wovon die Gesetze reden. Aber das ist ja nur mitfolgend das R…
Paragraph 420 Nikomachische Ethik / Chapter 73 2 107 Eben darum meint man auch, der Gerechte sei ebenso gut im Stande, Unrecht zu tun, weil der Gerechte ebenso gut, ja, noch besser, die einzelnen Handlungen der Ungerechtigkeit ausfü…
Paragraph 421 Nikomachische Ethik / Chapter 73 3 71 Das Recht hat seine Stelle unter Wesen, die an den Gütern schlechthin teilhaben und davon ein Zuviel und ein Zuwenig haben können. Es gibt Wesen, die kein Zuviel davon haben könne…
Paragraph 422 Nikomachische Ethik / Chapter 74 5 178 Hiernächst ist von der Billigkeit (Epikie) und dem Billigen zu handeln und zu erklären, wie sich die Billigkeit zur Gerechtigkeit und das Billige zum Recht verhält. Denn bei näher…
Paragraph 423 Nikomachische Ethik / Chapter 74 16 404 Das ist es so ziemlich, weshalb sich für den Begriff der Billigkeit Schwierigkeiten ergeben. Allein alles ist in gewisser Weise richtig, und von einem verborgenen Widerspruch, den…
Paragraph 424 Nikomachische Ethik / Chapter 74 2 77 So ist denn klar, was das Billige ist, und daß es ein Recht ist, und besser als ein gewisses Recht. Hieraus sieht man aber auch, wer der Billige sei: wer solches Recht will, (1138…
Paragraph 425 Nikomachische Ethik / Chapter 75 1 15 Aus dem Gesagten erhellt nun auch, ob man sich selbst Unrecht tun kann oder nicht.
Paragraph 426 Nikomachische Ethik / Chapter 75 4 40 Recht in einem Sinne ist was vom Gesetze in Bezug auf jede einzelne Tugend geboten ist. Nun gebietet das Gesetz aber z. B. nicht, sich selbst zu tödten; was es aber nicht zu tödte…
Paragraph 427 Nikomachische Ethik / Chapter 75 3 58 Ferner, wenn man jemanden freiwillig wider das Gesetz schädigt, ohne damit eine erlittene Schädigung zu rächen, so tut man Unrecht. Freiwillig handelt aber wer da weiß, gegen wen …
Paragraph 428 Nikomachische Ethik / Chapter 75 4 41 Aber wem? Nicht etwa dem Gemeinwesen, sich aber nicht? Er leidet ja freiwillig, und niemand leidet freiwillig Unrecht. Darum straft ihn auch die Obrigkeit und haftet dem Selbstmör…
Paragraph 429 Nikomachische Ethik / Chapter 75 2 70 Es kann aber auch wer nur Unrecht tut und nicht ganz schlecht ist, in dem, worin er ungerecht ist, sich nicht selbst Unrecht tun – dieses (Ungerechtigkeit nach einer bestimmten Se…
Paragraph 430 Nikomachische Ethik / Chapter 75 1 24 Denn sonst könnte einem etwas gleichzeitig entzogen worden und zugefallen sein, was unmöglich ist: Recht und Unrecht setzt immer ein Verhältnis von mehreren voraus.
Paragraph 431 Nikomachische Ethik / Chapter 75 3 44 Ferner (ist das Unrechttun) freiwillig und vorsätzlich und früher (als das Unrechtleiden). Denn wer ein Unrecht erlitten hat und dem anderen dafür dasselbe wieder antut, scheint k…
Paragraph 432 Nikomachische Ethik / Chapter 75 1 6 Ferner könnte man freiwillig Unrecht leiden.
Paragraph 433 Nikomachische Ethik / Chapter 75 1 35 Überdies tut niemand Unrecht, ohne eine einzelne ungerechte Handlung zu begehen; nun kann aber niemand mit seiner eigenen Frau die Ehe brechen oder in sein eigenes Haus einen Einb…
Paragraph 434 Nikomachische Ethik / Chapter 75 1 28 Die vollständigste Lösung der Frage wegen der Möglichkeit sich selbst Unrecht zu tun, ergibt sich immer vom Gesichtspunkte der früheren Bestimmung, nach der niemand freiwillig Unr…
Paragraph 435 Nikomachische Ethik / Chapter 75 7 165 Es leuchtet auch ein, daß zwar beides, Unrechtleiden und Unrechttun, vom Bösen ist. Denn bei dem einen hat man weniger als die Mitte, bei dem anderen mehr; die Mitte aber ist dem …
Paragraph 436 Nikomachische Ethik / Chapter 75 5 143 Im übertragenen Sinne aber und im Sinne einer gewissen Ähnlichkeit gibt es allerdings ein Recht nicht der Person gegen sich selbst, aber doch des einen Teils von ihr gegen die and…
Paragraph 437 Nikomachische Ethik / Chapter 75 1 16 So mag denn von der Gerechtigkeit und den anderen sittlichen Tugenden in dieser Weise gehandelt sein.
Paragraph 438 Nikomachische Ethik / Chapter 77 16 199 Da wir früher gesagt haben, man müsse die Mitte wählen, nicht das Übermaß und den Mangel, und da die Mitte durch die rechte Vernunft bestimmt wird, so wollen wir dieses jetzt nähe…
Paragraph 439 Nikomachische Ethik / Chapter 77 1 53 In allen habituellen Beschaffenheiten, die wir bisher behandelt haben, gibt es, wie auch bei den übrigen Fertigkeiten, einen Zielpunkt, auf den hinblickend der Inhaber der rechten…
Paragraph 440 Nikomachische Ethik / Chapter 77 3 119 Diese Bestimmung ist nun zwar richtig, aber noch keineswegs deutlich. Ist es doch bei jedem Geschäft, von dem es eine Wissenschaft gibt, richtig, zu sagen, man müsse dabei der Sor…
Paragraph 441 Nikomachische Ethik / Chapter 78 2 45 Als wir die Tugenden der Seele einteilten, haben wir gesagt, (1139a) sie seien teils sittliche oder Charaktertugenden, teils Verstandestugenden. Nachdem wir also die sittlichen Tu…
Paragraph 442 Nikomachische Ethik / Chapter 78 22 423 Es wurde weiter oben gesagt, es gebe zwei Seelenteile, einen vernunftbegabten und einen unvernünftigen. Jetzt aber müssen wir den vernunftbegabten wieder ebenso einteilenDer vernu…
Paragraph 443 Nikomachische Ethik / Chapter 78 2 32 Unsere Aufgabe wird es nun sein, zu ermitteln, welches je die beste Verfassung dieser beiden Teile ist. Denn das ist je ihre Tugend; die Tugend aber richtet sich nach ihrer eigent…
Paragraph 444 Nikomachische Ethik / Chapter 78 4 110 Dreierlei ist in der Seele, wovon Handlung und Wahrheitserkenntnis abhängt: Sinn, Verstand, Begehren. Unter diesen dreien kann der Sinn kein Prinzip des Handelns sein, was daraus …
Paragraph 445 Nikomachische Ethik / Chapter 78 2 51 Das ist nun die praktische Vernunft und Wahrheit. Das Gute und Schlechte der theoretischen Vernunft aber, die nicht handelt und nicht hervorbringt, ist Wahrheit und Falschheit, wi…
Paragraph 446 Nikomachische Ethik / Chapter 78 3 55 Prinzip des Handelns im Sinne des bewegenden, nicht des Zweckprinzips ist die Willenswahl und das der Willenswahl das Begehren und der Begriff oder die Vorstellung des Zweckes. Da…
Paragraph 447 Nikomachische Ethik / Chapter 78 6 110 Das Denken für sich allein aber bewegt nichts, sondern nur das auf einen bestimmten Zweck gerichtete, praktische (1139b) Denken. Von ihm hängt auch das hervorbringende Denken ab. …
Paragraph 448 Nikomachische Ethik / Chapter 78 1 46 Gegenstand der Willenswahl oder des Vorsatzes kann kein Vergangenes sein, wie sich denn niemand zum Vorsatz macht, Ilium zerstört zu haben; man überlegt oder beratschlagt ja auch …
Paragraph 449 Nikomachische Ethik / Chapter 78 9 100 »Denn dies allein, sogar der Gottheit bleibts versagt, Ungeschehn zu machen, was einmal geschehen ist«Agathon, tragischer Dichter, jüngerer Zeitgenosse des Sokrates und Euripides.…
Paragraph 450 Nikomachische Ethik / Chapter 78 2 38 So ist denn die Leistung beider vernünftigen Teile die Wahrheitserkenntnis, und in den Beschaffenheiten, vermöge deren sie die Wahrheit am besten erkennen, haben wir jene Tugenden…
Paragraph 451 Nikomachische Ethik / Chapter 79 1 12 Um nun die Erörterung über dieselben durchzuführen, müssen wir etwas weiter ausholen.
Paragraph 452 Nikomachische Ethik / Chapter 79 2 41 Der Dinge, durch die die Seele, bejahend oder verneinend, (immer) die Wahrheit trifft, sollen fünf an der Zahl sein; es sind Kunst, Wissenschaft, Klugheit, Weisheit und Verstand. …
Paragraph 453 Nikomachische Ethik / Chapter 79 12 195 Was die Wissenschaft sei, erhellt, wenn, wir die Worte genau nehmen und uns nicht an äußere Ähnlichkeiten in der Redeweise halten wollenMan sagt auch wohl, man wisse etwas, wenn m…
Paragraph 454 Nikomachische Ethik / Chapter 79 21 400 Auch scheint jede Wissenschaft lehrbar und jeder Wissensgegenstand lernbar zu sein. Jede Lehre aber geht von vorher Erkanntem aus, wie wir in der Analytik dartun, sei es, daß sie …
Paragraph 455 Nikomachische Ethik / Chapter 79 3 54 Die Wissenschaft ist mithin ein Habitus des Demonstrierens, zu welcher Begriffsbestimmung man weiterhin noch alles andere hinzunehmen möge, was wir in der Analytik angegeben haben…
Paragraph 456 Nikomachische Ethik / Chapter 79 1 8 So viel stehe denn hier von der Wissenschaft.
Paragraph 457 Nikomachische Ethik / Chapter 80 8 79 Was sich anders verhalten kann, ist teils Gegenstand des (1140a) Hervorbringens, teils Gegenstand des Handelns. Denn Hervorbringen und Handeln ist von einander verschieden, wovon …
Paragraph 458 Nikomachische Ethik / Chapter 80 1 61 Da aber zum Beispiel das Vermögen zu bauen eine Kunst und ein mit Vernunft verbundener Habitus des Hervorbringens ist, und da ferner keine Kunst zu finden ist, die kein mit Vernun…
Paragraph 459 Nikomachische Ethik / Chapter 80 4 104 Vorwurf jeder Kunst ist das Entstehen, das regelrechte Herstellen und die Überlegung, wie etwas, was sowohl sein als nicht sein kann und dessen Prinzip im Hervorbringenden, nicht …
Paragraph 460 Nikomachische Ethik / Chapter 80 1 10 »Die Kunst den Zufall liebt, der Zufall liebt die Kunst.«
Paragraph 461 Nikomachische Ethik / Chapter 80 8 160 Die Kunst ist also, wie gesagt, ein Habitus, etwas mit wahrer Vernunft hervorzubringen, das Widerspiel der Kunst dagegen ein Habitus, etwas mit falscher Vernunft hervorzubringen, …
Paragraph 462 Nikomachische Ethik / Chapter 81 6 115 Was ferner die Klugheit sei, können wir daraus lernen, daß wir zusehen, welche Menschen wir klug nennen. Ein kluger Mann scheint sich also darin zu zeigen, daß er wohl zu überlege…
Paragraph 463 Nikomachische Ethik / Chapter 81 4 150 Nun stellt niemand Überlegungen an in Dingen, die sich unmöglich anders verhalten können oder deren Ausführung ihm versagt ist. Wenn also die Wissenschaft auf strenger und eigentl…
Paragraph 464 Nikomachische Ethik / Chapter 81 15 210 Daher halten wir einen Perikles und seines Gleichen für klug, weil sie nämlich für das, was ihnen und anderen gut ist, einen richtigen Blick haben, und schreiben diese Tugend den …
Paragraph 465 Nikomachische Ethik / Chapter 81 20 215 Aber wenn sich die Kunst die Tugend äußerlich zugesellen kann, so läßt die Klugheit solches durchaus nicht zuAristoteles sagt wörtlich: »es gibt eine Tugend der Kunst, aber keine …
Paragraph 466 Nikomachische Ethik / Chapter 82 11 187 Da die Wissenschaft Erfassung und Beurteilung des Allgemeinen und Notwendigen ist, und es Prinzipien oder oberste und letzte Gründe jedes Beweisbaren und jedes Wissens gibt – denn…