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Paragraph 267 Nikomachische Ethik / Chapter 47 2 31 Der Geiz wird billig als das Gegenteil der Freigebigkeit bezeichnet. Er ist unsittlicher als die Verschwendung, und man fehlt in dieser Beziehung mehr als durch die Verschwendung,…
Paragraph 268 Nikomachische Ethik / Chapter 47 1 13 So viel sei denn von der Freigebigkeit und den ihr entgegengesetzten Lastern gesagt.
Paragraph 269 Nikomachische Ethik / Chapter 48 13 245 Nach diesem liegt es nahe, auch von der Hochherzigkeit zu handeln. Scheint sie doch auch eine Tugend zu sein, die sich auf Hab und Gut bezieht. Sie erstreckt sich jedoch nicht wie…
Paragraph 270 Nikomachische Ethik / Chapter 48 13 271 Der Hochherzige gleicht einem Wissenden. Er weiß das Schickliche zu beurteilen und auf geziemende Weise großen (1122b) Aufwand zu machen. Denn der Habitus wird, wie wir zu Anfang …
Paragraph 271 Nikomachische Ethik / Chapter 49 3 60 Zu den hochherzigen Aufwendungen gehören die sogenannten Ehrenleistungen, einmal Weihegeschenke für die Götter, Tempelbauten und Opfer, dann Aufwendungen für alles, was zum Kult d…
Paragraph 272 Nikomachische Ethik / Chapter 49 7 142 Bei allen Aufwendungen aber ist, wie gesagt, auch bezüglich der Person, die sie macht, zu berücksichtigen, wer sie ist und welche Mittel sie zur Verfügung hat. Hier muß das rechte…
Paragraph 273 Nikomachische Ethik / Chapter 49 4 103 So ist denn vor allem, wie gesagt, dieses die Art, in der sich der Hochherzige zeigt, und dieses die Art von Aufwendungen, die Hochherzigkeit bekunden. Denn die genannten Ausgaben…
Paragraph 274 Nikomachische Ethik / Chapter 49 9 183 Der Hochherzige muß aber auch sein Haus entsprechend seinem Reichtum bauen, da auch dies eine Ehre ist, und er muß für dauerhaftere Werke einen höheren Aufwand machen, da diese ih…
Paragraph 275 Nikomachische Ethik / Chapter 50 10 195 So also ist der Hochherzige, der Mann der Freigebigkeit im großen beschaffen. Wer aber hier zu viel tut und ein Protzer ist, tut insofern zu viel, als er ungebührlichen Aufwand ma…
Paragraph 276 Nikomachische Ethik / Chapter 50 2 57 Der Engherzige und Kleinliche wird es in allem fehlen lassen und bei den größten Aufwendungen durch Knausern im kleinen das Ganze um seine Schönheit bringen. Bei allem, was er aus…
Paragraph 277 Nikomachische Ethik / Chapter 50 1 27 Diese Charakterrichtungen sind nun zwar wirkliche sittliche Mängel, doch bringen sie nicht in Schande, weil sie dem Nächsten nicht schaden und ihre sittliche Häßlichkeit nicht bes…
Paragraph 278 Nikomachische Ethik / Chapter 51 15 170 Die Seelengröße, der HochsinnDiese Tugend heißt griechisch μεγαλοψυχία, lat. magnanimitas. Man begegnet wohl der Auffassung, daß die hier von Ar. gegebene Darstellung des Magnanim…
Paragraph 279 Nikomachische Ethik / Chapter 51 5 87 Hochsinnig scheint zu sein wer sich selbst großer Dinge für würdig hält und deren auch würdig ist. Denn wer es unbilligerweise tut, ist ein Tor, kein tugendhafter Mann aber ist ei…
Paragraph 280 Nikomachische Ethik / Chapter 51 3 77 Wer sich großer Dinge für würdig hält, ohne es zu sein, ist aufgeblasen; wer größerer, als er würdig ist, ist nicht immer aufgeblasen; wer kleinerer, als er würdig ist, hat nieder…
Paragraph 281 Nikomachische Ethik / Chapter 51 10 171 Der Hochgesinnte stellt in Bezug auf Größe das Extrem dar, die Mitte aber insofern, als er sich richtig verhält. Denn er bewertet sich selbst nach Würde. Die Anderen tun zu viel o…
Paragraph 282 Nikomachische Ethik / Chapter 51 5 62 Wer niederen Sinnes ist, schätzt sich zu niedrig ein, niedriger, als er selbst verdient, und niedriger im Vergleich zur Würde des Hochgesinnten. Dagegen der Aufgeblasene bewertet …
Paragraph 283 Nikomachische Ethik / Chapter 51 13 172 Der Mann der hohen Gesinnung muß, wenn anders er des Größten wert ist, auch der Beste sein. Denn des Größeren ist immer der Bessere, und des Größten der Beste wert. Mithin muß der…
Paragraph 284 Nikomachische Ethik / Chapter 51 6 111 Der Hochgesinnte hat es also vorzüglich mit Ehre und Unehre zu tun. Über die großen Ehren und die, die ihm von seiten der Besten widerfahren, wird er sich in maßvoller Weise freue…
Paragraph 285 Nikomachische Ethik / Chapter 51 6 106 Vorzüglich also, wie gesagt, bewährt sich der Hochgesinnte als solcher in seinem Verhalten gegenüber der Ehre. Indessen wird er auch in Bezug auf Reichtum, Macht und jede Art von …
Paragraph 286 Nikomachische Ethik / Chapter 52 11 214 Auch Glücksgüter scheinen zum Hochsinn beizutragen. Die Männer von vornehmer Abkunft, Einfluß und Besitz hält man der Verehrung wert. Sie befinden sich in hervorragender Stellung,…
Paragraph 287 Nikomachische Ethik / Chapter 52 19 373 Der Hochgesinnte bringt sich nicht für kleines in Gefahr und ist nicht waghalsig, weil er dafür wenige Dinge hoch genug achtet. Dagegen setzt er sich um großes der Gefahr aus, und…
Paragraph 288 Nikomachische Ethik / Chapter 52 8 122 Es ist nicht seine Art, sich an Dinge heranzumachen, die in Ansehen bringen, oder wo Andere die erste Rolle spielen. Er ist langsam und bedächtig, außer wo es sich um eine große E…
Paragraph 289 Nikomachische Ethik / Chapter 52 5 77 Es ist ihm auch eigen, daß er nicht in fremder Abhängigkeit (1125a) leben kann als nur in der von Freunden. Denn das ist knechtisch, daher auch alle Schmeichler lohndienerisch und…
Paragraph 290 Nikomachische Ethik / Chapter 52 4 68 Es ist auch nicht seine Art, viel von Menschen zu reden, weder von sich, noch von Anderen. Ihm liegt ja nicht daran, daß er gelobt werde, noch daß Andere getadelt werden. Aber auc…
Paragraph 291 Nikomachische Ethik / Chapter 52 4 67 Am wenigsten hat er die Neigung, über des Lebens Notdurft und täglichen Anspruch zu jammern und um Abhilfe zu bitten. Denn so stellt sich nur an wem solche Dinge sehr am Herzen li…
Paragraph 292 Nikomachische Ethik / Chapter 52 3 60 Man hat auch die Vorstellung, daß der Gang des Hochgesinnten langsam, seine Stimme tief, seine Rede ruhig sein müsse. Denn ein Mann, dem weniges wichtig ist, pflegt nicht eilferti…
Paragraph 293 Nikomachische Ethik / Chapter 53 3 48 So also ist der Mann der hohen Gesinnung beschaffen. Wem aber hier ein Mangel anhaftet, hat niederen Sinn, und wem ein Übermaß anhaftet, ist aufgeblasen. Jedoch scheinen auch solc…
Paragraph 294 Nikomachische Ethik / Chapter 53 4 121 Da der Mann niederen Sinnes, der Mann ohne Seelengröße, des Guten wert wäre, so beraubt er sich dessen, worauf er Anspruch hätte, und verrät so gewissermaßen ein sittliches Gebrec…
Paragraph 295 Nikomachische Ethik / Chapter 53 3 61 Die Aufgeblasenen sind töricht und der Selbsterkenntnis bar und dies in augenscheinlicher Weise. Sie machen sich an rühmliche und hohe Dinge, als wären sie ihnen gewachsen, und of…
Paragraph 296 Nikomachische Ethik / Chapter 53 2 23 Dem Hochsinn ist der niedere Sinn mehr entgegengesetzt als die Aufgeblasenheit. Denn der niedere Sinn kommt häufiger vor und ist der schlimmere Fehler.
Paragraph 297 Nikomachische Ethik / Chapter 54 2 69 (1125b) Während der Hochsinn es, wie gesagt, mit der Ehre im großen zu tun hat, scheint die Ehre, wie wir schon in den ersten Abschnitten erklärt haben, auch noch Gegenstand einer…
Paragraph 298 Nikomachische Ethik / Chapter 54 3 132 Wie es also beim Nehmen und Geben von Geld und Geldeswert eine Mitte wie ein Übermaß und einen Mangel gibt, so gibt es auch bei der Ehrbegierde ein Mehr und ein Minder als sich ge…
Paragraph 299 Nikomachische Ethik / Chapter 54 4 135 Man sieht also, daß man die Bezeichnung »ehrgeizig« in verschiedenem Sinne gebraucht, und wir darum, wenn wir jemanden so nennen, es nicht immer mit Bezug auf das Nämliche tun, so…
Paragraph 300 Nikomachische Ethik / Chapter 54 2 58 Er erscheint, gegen den Ehrgeiz gehalten, als Mißachtung der Ehre, gegen die Mißachtung der Ehre gehalten, als Ehrgeiz, gegen beides gewissermaßen als beides. Dies scheint auch be…
Paragraph 301 Nikomachische Ethik / Chapter 55 4 55 Sanftmut ist die Mitte bei den Zornesaffekten. Da aber der Mittlere und auch so ziemlich die Extremen unbenannt sind, so beziehen wir die Sanftmut, die doch nach Seiten des gleich…
Paragraph 302 Nikomachische Ethik / Chapter 55 3 91 Wer nun zürnt worüber er soll, und wem er soll, und dazu wie, wann und solange er soll, wird gelobt, und so wäre er denn der Sanftmütige, wenn anders die Sanftmut Lob erhält. Denn…
Paragraph 303 Nikomachische Ethik / Chapter 55 4 73 Der Mangel, mag er nun Zornlosigkeit oder sonst was immer sein, erfährt Tadel. Denn die nicht zürnen worüber sie sollen, und nicht wie sie sollen, noch wann, noch wem sie sollen, …
Paragraph 304 Nikomachische Ethik / Chapter 55 20 267 Das Übermaß kann in allen Beziehungen stattfinden. Man kann zürnen wem man nicht soll, und worüber man nicht soll, und ärger und schneller und länger als man soll. Aber nicht alle…
Paragraph 305 Nikomachische Ethik / Chapter 55 3 45 Zu der Sanftmut stellen wir mehr das Übermaß des Zorns in Gegensatz. Denn einmal kommt dasselbe häufiger vor, da es mehr in der menschlichen Art liegt, sich zu rächen. Und dann is…
Paragraph 306 Nikomachische Ethik / Chapter 55 10 131 Aus dem Gesagten ergibt sich eine Wahrheit, von der wir schon bei früherer Gelegenheit gesprochen haben. Es ist nicht leicht, genau zu bestimmen, wie und wem und worüber und wie l…
Paragraph 307 Nikomachische Ethik / Chapter 55 1 59 So viel ist jedenfalls klar, daß die Mitte ein lobenswerter Habitus ist, vermöge dessen wir zürnen wem wir sollen und worüber wir sollen, und was sonst noch alles hieher gehört; u…
Paragraph 308 Nikomachische Ethik / Chapter 55 1 13 Man sieht also, daß man sich an den mittleren Habitus zu halten hat.
Paragraph 309 Nikomachische Ethik / Chapter 55 1 9 Hiermit sind die auf den Zorn bezüglichen Charaktereigenschaften erledigt.
Paragraph 310 Nikomachische Ethik / Chapter 56 2 74 Was den Umgang, das Zusammenleben und den Verkehr in Worten und Handlungen betrifft, so scheinen die einen gefallsüchtig zu sein, jene nämlich, die alles den Leuten zu liebe loben…
Paragraph 311 Nikomachische Ethik / Chapter 56 7 165 Es ist klar, daß die genannten Charaktereigenschaften tadelnswert und die zwischen ihnen in der Mitte liegende Eigenschaft, vermöge deren man billigt und verwirft was man soll und…
Paragraph 312 Nikomachische Ethik / Chapter 56 7 186 Im allgemeinen also gilt, wie gesagt, daß er im Verkehr sich auf die rechte Art verhalten wird. Er ist von der Rücksicht auf das Gute und Nützliche bestimmt, wenn er bestrebt ist,…
Paragraph 313 Nikomachische Ethik / Chapter 56 3 70 So also ist beschaffen wer die Mitte hält, doch hat er keine eigene Bezeichnung erhalten. Von denen, die sich angenehm machen wollen, ist derjenige, der nur hierauf und auf sonst …
Paragraph 314 Nikomachische Ethik / Chapter 56 2 24 Der Gegensatz scheint hier nur in den Extremen zu liegen, weil die Mitte unbenannt istDer Gegensatz der Extreme zur Mitte bleibt also außer Betracht. .
Paragraph 315 Nikomachische Ethik / Chapter 57 3 110 So ziemlich auf gleichem Gebiete liegt jene Tugend, die der Prahlerei gegenüber die Mitte darstellt. Auch sie ist unbenannt, doch schadet es nicht, auch dergleichen Eigenschaften …
Paragraph 316 Nikomachische Ethik / Chapter 57 3 101 Der Prahler scheint sich den Anschein rühmlicher Eigenschaften zu geben, solcher, die er nicht hat, und größerer als er hat; der Ironische umgekehrt scheint seine wirklichen ehren…
Paragraph 317 Nikomachische Ethik / Chapter 57 10 191 Nun ist die Lüge an sich schlecht und tadelnswert und die Wahrheit gut und lobenswert. Und so ist auch der Wahrhaftige, der die Mitte hält, lobenswert; die aber mit Lügen umgehen,…
Paragraph 318 Nikomachische Ethik / Chapter 57 11 208 Wer sich ohne besondere Absicht größer macht als er ist, gleicht zwar etwas einem schlechten Manne, weil er sonst nicht gern löge, ist aber wohl mehr ein leerer und eitler als ein…
Paragraph 319 Nikomachische Ethik / Chapter 57 8 116 Die Ironischen, die sich in der Rede kleiner machen, geben sich als Leute von feinerer Sitte. Denn sie scheinen sich nicht aus Gewinnsucht solcher Rede zu bedienen, sondern um all…
Paragraph 320 Nikomachische Ethik / Chapter 57 1 15 Den Gegensatz zur Wahrhaftigkeit scheint die Prahlerei zu bilden, weil sie der schlimmere Fehler ist.
Paragraph 321 Nikomachische Ethik / Chapter 58 2 75 Da es im Leben auch eine Erholung gibt und bei dieser eine mit heiterem Scherze verbundene Unterhaltung, so (1128a) scheint es auch hier eine angemessene Art des Verkehrs zu geben…
Paragraph 322 Nikomachische Ethik / Chapter 58 17 255 Die nun im Scherzen zuviel tun, erweisen sich als Possenreißer und lästige Menschen, indem sie schlechterdings darauf aus sind, Spaß zu machen, und sich mehr Mühe geben, Lachen he…
Paragraph 323 Nikomachische Ethik / Chapter 58 8 124 Dem mittleren Habitus in dieser Beziehung ist auch die WohlanständigkeitGr. επιδεξιότης, lat. dexteritas. eigentümlich. Es verrät den anständigen Menschen, nur solches zu sagen un…
Paragraph 324 Nikomachische Ethik / Chapter 58 8 127 Wie ist nun der, der auf die rechte Weise spottet, zu bestimmen? Etwa dahin, daß er sage was für einen humanen Mann paßt, oder dahin, daß er den Hörer nicht kränke oder ihn gar er…
Paragraph 325 Nikomachische Ethik / Chapter 58 1 16 So also ist der Mann der Mitte beschaffen, mag man ihn nun wohlanständig oder artig nennen.
Paragraph 326 Nikomachische Ethik / Chapter 58 2 38 Der Possenreißer hat eine Schwäche fürs Lächerliche. Er schont weder sich noch andere, wenn er nur die Leute zum Lachen bringen kann, und sagt Dinge, dergleichen ein feiner (1128b…
Paragraph 327 Nikomachische Ethik / Chapter 58 3 32 Der steife und griesgrämige Mann ist für solchen Verkehr unbrauchbar. Zur Unterhaltung trägt er nichts bei und nimmt Anstoß an allem. Und doch scheint Erholung und heiterer Scherz…
Paragraph 328 Nikomachische Ethik / Chapter 58 3 71 So hätten wir denn von dreien Mitten im geselligen Leben gehandelt, die es sämtlich mit dem Verkehr in bestimmten Reden und Handlungen zu tun haben. Ihr Unterschied liegt darin, d…
Paragraph 329 Nikomachische Ethik / Chapter 59 3 72 Von der Scham kann man nicht wohl wie von einer Tugend sprechen, da sie mehr von einem Affekt als von einem Habitus an sich hat. Man bestimmt sie als eine Furcht vor Schande, und …
Paragraph 330 Nikomachische Ethik / Chapter 59 4 103 Dieser Affekt paßt nicht für jedes Alter, sondern blos für das jugendliche. Wir nehmen an, daß der Mensch in diesem Alter diese Eigenschaft haben müsse, weil er unter dem Einflüss…
Paragraph 331 Nikomachische Ethik / Chapter 59 3 47 Wenn manches wirklich, manches nur nach menschlicher Auffassung schimpflich ist, so verschlägt das nichts. Man soll keines von beiden tun, und so wird man sich gar nicht zu schäme…
Paragraph 332 Nikomachische Ethik / Chapter 59 4 71 Ist man so gesinnt, daß man nach einer schlechten Handlung sich schämen würde, und hält sich deshalb für rechtschaffen, so ist das ungereimt. Denn man schämt sich über freiwillige…
Paragraph 333 Nikomachische Ethik / Chapter 59 10 167 Wenn es eine Schlechtigkeit ist, unverschämt zu sein und ohne Scham und Scheu Schimpfliches zu tun, so ist es darum noch keine Tugend, bei solchen Handlungen Scham zu empfindenDie…
Paragraph 334 Nikomachische Ethik / Chapter 59 5 75 Auch die Enthaltsamkeit ist keine reine Tugend, sondern eine Eigenschaft von gemischter Art. Das wollen wir weiter unten nachweisen. Jetzt aber wollen wir von der Gerechtigkeit ha…
Paragraph 335 Nikomachische Ethik / Chapter 61 25 547 (1129a) In Bezug auf die GerechtigkeitBisher sind die Tugenden behandelt worden, die sich auf die Affekte, die fliehenden wie die strebenden, beziehen. Jetzt kommt diejenige an di…
Paragraph 336 Nikomachische Ethik / Chapter 61 12 234 Wir sehen, daß jedermann mit dem Worte Gerechtigkeit einen Habitus bezeichnen will, vermöge dessen man fähig und geneigt ist, gerecht zu handeln, und vermöge dessen man gerecht ha…
Paragraph 337 Nikomachische Ethik / Chapter 61 5 52 Wird das eine Glied eines Gegensatzes vieldeutig ausgesagt, so folgt meistens, daß auch das andere so ausgesagt wird; ist z. B. das Wort RechtDas Recht, το δίκαιον, eigentlich das…
Paragraph 338 Nikomachische Ethik / Chapter 62 6 114 Man scheint nun tatsächlich von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit in mehrfachem Sinne zu sprechen, nur daß diese Homonymie, diese Verschiedenheit der Bedeutung bei Gleichheit des …
Paragraph 339 Nikomachische Ethik / Chapter 62 7 147 Bestimmen wir also, wie viele Bedeutungen der Ausdruck »der Ungerechte« hat. Ungerecht scheint zu sein: einmal der Gesetzesübertreter, sodann zweitens der Habsüchtige, der andere …
Paragraph 340 Nikomachische Ethik / Chapter 62 4 83 Da nun in der einen Klasse der Ungerechten der Habsüchtige steht, so wird derselbe es mit den Gütern zu tun haben, nicht mit allen, sondern mit denen, die äußeres Glück und Unglüc…
Paragraph 341 Nikomachische Ethik / Chapter 62 6 110 Der Ungerechte will aber nicht immer zu viel haben, sondern unter Umständen auch zu wenig, nämlich von dem, was an sich ein Übel ist. Da aber das kleinere Übel gewissermaßen als e…
Paragraph 342 Nikomachische Ethik / Chapter 62 4 42 Auch der Gesetzesübertreter ist ungerecht. Dieses, die Gesetzwidrigkeit oder die Ungleichheit, umfaßt jede Ungerechtigkeit und ist jeder Ungerechtigkeit gemeinsam [Abweichend von …
Paragraph 343 Nikomachische Ethik / Chapter 63 4 101 Da uns der Gesetzesübertreter als ungerecht und der Beobachter des Gesetzes als gerecht galt, so ist offenbar alles Gesetzliche in einem bestimmten Sinne gerecht und Recht. Was nä…
Paragraph 344 Nikomachische Ethik / Chapter 63 12 177 Das Gesetz schreibt aber vor, sowohlDas καί heißt nicht auch, sondern sowohl, und ihm entspricht das καί vor έργα του σώφρονος. Dieser Absatz erklärt nämlich, was das Gesetz vorsc…
Paragraph 345 Nikomachische Ethik / Chapter 63 12 249 Diese Gerechtigkeit ist die vollkommene Tugend, nicht die vollkommene Tugend überhaupt, sondern so weit sie auf andere Bezug hat – deshalb gilt sie oft für die vorzüglichste unter…
Paragraph 346 Nikomachische Ethik / Chapter 63 1 26 Die gesetzliche Gerechtigkeit ist demnach klein bloßer Teil der Tugend, sondern sie ganz, und die ihr entgegengesetzte Ungerechtigkeit kein Teil der Schlechtigkeit, sondern wieder…
Paragraph 347 Nikomachische Ethik / Chapter 63 2 57 Wie die Tugend und diese Gerechtigkeit sich trotzdem unterscheiden, erhellt aus dem Gesagten. Beide sind dasselbe, ihr Begriff aber ist nicht derselbe, sondern insofern es sich um…
Paragraph 348 Nikomachische Ethik / Chapter 64 10 180 Jedoch wir fragen nach der Gerechtigkeit als Teil der TugendAlso nicht nach der Gerechtigkeit im weiteren Sinne oder der Legalität, sondern nach der Gerechtigkeit im engeren Sinne…
Paragraph 349 Nikomachische Ethik / Chapter 64 1 52 Ferner, wenn der eine einem Gewinne zuliebe Ehebruch begeht und noch Geld dazu bekommt, der andere dasselbe Verbrechen aus Wolllust verübt, so daß er Geld dafür ausgibt und Einbuß…
Paragraph 350 Nikomachische Ethik / Chapter 64 3 42 Ferner, alle anderen Verstöße gegen die Gerechtigkeit lassen sich immer auf eine bestimmte Untugend zurückführen, z. B. der Ehebruch auf Zuchtlosigkeit, das Entweichen aus Reih un…
Paragraph 351 Nikomachische Ethik / Chapter 64 2 79 So leuchtet denn ein, daß es außer der allgemeinen Gerechtigkeit noch eine andere, partikuläre gibt, die ihr darum synonym ist, weil in ihrer Begriffsbestimmung dieselbe (1130b) G…
Paragraph 352 Nikomachische Ethik / Chapter 65 2 25 Daß es also mehrere Gerechtigkeiten gibt und noch eine Gerechtigkeit neben der ganzen Tugend, ist klar. Bestimmen wir also, was und welcher Art sie ist.
Paragraph 353 Nikomachische Ethik / Chapter 65 23 465 Das Ungerechte zerfällt in das Ungesetzliche und das der Gleichheit WiderstreitendeVgl. 2. Kap., letzten Absatz. , das Gerechte in das Gesetzliche und das der Gleichheit Entsprech…
Paragraph 354 Nikomachische Ethik / Chapter 65 8 133 Von der partikulären Gerechtigkeit aber und dem ihr entsprechenden Rechte ist eine Art die, die sich bezieht auf die Zuerteilung von Ehre oder Geld oder anderen Gütern, die unter …
Paragraph 355 Nikomachische Ethik / Chapter 66 5 74 Da aber der Ungerechte wie das Unrecht die Gleichheit verletzen, so gibt es offenbar auch ein Mittleres zwischen dem Ungleichen. Es ist das Gleiche. Denn bei jeder Handlung, bei d…
Paragraph 356 Nikomachische Ethik / Chapter 66 18 342 Gleiches kann sich in nicht weniger Dingen finden als in zweien. Nun muß das Recht ein Mittleres, Gleiches und Relatives [Die Klammern um και πρός τι 1131a 16 lassen wir mit Sus. …
Paragraph 357 Nikomachische Ethik / Chapter 66 12 157 Das Recht ist demnach etwas Proportionales. Proportionalität findet sich nämlich nicht blos bei der aus Einheiten bestehenden Zahl, sondern auch bei der Zahl überhauptWo Zahl da i…
Paragraph 358 Nikomachische Ethik / Chapter 66 13 184 So setzt also auch das Recht mindestens vier Glieder voraus, unter denen dasselbe Verhältnis besteht. Denn die Personen sind nach demselben Verhältnis unterschieden wie die Sachen…
Paragraph 359 Nikomachische Ethik / Chapter 67 5 88 Mithin liegt darin, daß a mit c und b mit d verbunden wird, das Gerechte der Verteilung, und dieses Gerechte ist das Mittlere zwischen dem, was der Proportionalität zuwiderläuft. …
Paragraph 360 Nikomachische Ethik / Chapter 67 5 96 Das Recht ist also dieses Proportionale, das Unrecht aber ist was wider die Proportionalität anläuft. Es ist also teils ein Mehr, teils ein Weniger, wie es auch tatsächlich zutrif…
Paragraph 361 Nikomachische Ethik / Chapter 67 11 266 Das ist also die eine Art des Rechtes. Die noch übrige ist die ausgleichende, die im Verkehr, dem freiwilligen wie dem unfreiwilligen, Anwendung findetAristoteles nennt dieses Rec…
Paragraph 362 Nikomachische Ethik / Chapter 67 3 53 In diesen Dingen redet man nämlich ganz allgemein von Vorteil, wenn auch der Ausdruck für einzelne Verhältnisse nicht eigentlich paßt, wie wenn z. B. der Schläger Vorteil und der …
Paragraph 363 Nikomachische Ethik / Chapter 67 4 81 So ist denn das Gleiche die Mitte zwischen dem Zuviel und dem Zuwenig, der Vorteil und Nachteil aber sind in entgegengesetzter Weise ein Zuviel und ein Zuwenig, indem der Vorteil …
Paragraph 364 Nikomachische Ethik / Chapter 67 14 297 Deshalb nimmt man auch in zweifelhaften Fällen seine Zuflucht zum Richter. Zum Richter gehen heißt aber soviel, als zur Gerechtigkeit gehen, da der Richter gleichsam die lebendige…
Paragraph 365 Nikomachische Ethik / Chapter 67 2 44 Die Linien aa, bb, cc seien einander gleich. Von aa werde ae genommen und zu cc als cd hinzugesetzt, so daß die ganze Linie dcc die Linie ea um das Stück cd und ef übertrifft, und…
Paragraph 366 Nikomachische Ethik / Chapter 67 4 89 Das Gesagte muß auch noch in anderer Hinsicht, bei den Leistungen der verschiedenen Künste, vor Augen gehalten werden. Es wäre um sie geschehen, wenn der Künstler nicht tätig ein …